Du planst eine Behandlung mit Spendersamen und willst wissen, was auf dich zukommt? Allein der Spendersamen für eine Insemination kostet bei sechs deutschen Samenbanken laut ihren Preislisten zwischen 864 und 2.476,30 Euro, inklusive Versand und einmaliger Gebühren. Die Behandlung in der Kinderwunschklinik kommt dazu. Mit Spendersamen zahlst du in Deutschland beides selbst, denn die gesetzliche Krankenkasse übernimmt hier nichts.
Alle Preise auf dieser Seite stammen aus veröffentlichten Preislisten von Samenbanken und Kliniken, abgerufen am 04.10.2026. Direkt vergleichbar sind sie nur eingeschränkt: Manche Banken rechnen je Probe, andere je Straw, Halm oder Portion, einige verlangen eine Grundgebühr, und nicht jede Bank sagt, ob die Mehrwertsteuer enthalten ist. Deshalb findest du neben den Preisen je Portion auch Rechenbeispiele für eine komplette Insemination.

Was kostet eine Samenspende insgesamt?
Die Kosten einer Behandlung mit Spendersamen setzen sich aus drei Blöcken zusammen: dem Samen von der Samenbank, der Behandlung in der Klinik und den Medikamenten. Für Selbstzahlerinnen in Deutschland sieht das so aus:
| Kostenposten | Preis | Quelle |
|---|---|---|
| Spendersamen für eine Insemination, mit Versand und Einmalgebühren | 864 bis 2.476,30 € | Preislisten von sechs deutschen Samenbanken |
| Insemination mit Spendersamen, nur der Eingriff | 470 bis 540 € | Münchner Kinderwunschpraxis |
| Kontrolltermin mit Ultraschall und Hormonwerten | 150 bis 170 € je Termin | Münchner Kinderwunschpraxis |
| Medikamente bei hormoneller Stimulation (Insemination) | ca. 70 € bis ca. 750 € | Münchner Praxis, vitro-med |
| IVF, ohne Samen | 3.200 bis 3.600 € (familienplanung.de), ca. 2.000 bis 4.000 € je Zyklus zzgl. Lagerung des Samens (Erlanger Samenbank) | familienplanung.de, Erlanger Samenbank |
| ICSI, ohne Samen | ab ca. 3.500 € (familienplanung.de), ca. 2.000 bis 4.000 € je Zyklus zzgl. Lagerung des Samens (Erlanger Samenbank) | familienplanung.de, Erlanger Samenbank |
Eine einzige Gesamtsumme wäre deshalb geschönt. Rechne für einen Versuch die Samenkosten deiner Bank, die Behandlungskosten deiner Klinik und die Medikamente zusammen. Für eine IVF brauchst du je nach Bank mehr Samen als für eine Insemination: Die Sperm Bank Germany empfiehlt für eine IUI einen Halm, für eine IVF zwei bis drei Halme und für eine ICSI einen Halm. Cryostore empfiehlt für Insemination und IVF je zwei Portionen, für die ICSI eine. Bei der Berliner und der Erlanger Samenbank reicht laut Bank eine Probe für eine Behandlung.
Ein wichtiger Punkt: Oft braucht es mehr als einen Versuch. Wie die Ergebnisse laut Deutschem IVF-Register aussehen, steht weiter unten unter Kosten bei mehreren Versuchen. Plane dein Budget deshalb nicht nur für einen Zyklus.
Häufig kalkulieren Paare und Single-Frauen nur Samen und Eingriff. Die Nebenkosten summieren sich aber: Kontrolltermine, Hormonpräparate, Lagerung des Samens, bei Frauenpaaren in Deutschland später die Stiefkindadoption, manchmal Fahrten und Übernachtungen in einer anderen Stadt.
Was kostet Spendersamen? Preise der Samenbanken
Der Spendersamen ist bei einer Insemination der größte Einzelposten. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt auf familienplanung.de für eine Samenprobe 700 bis über 1.000 Euro, für den Versand 150 bis über 300 Euro (Stand Januar 2026). Die Preislisten der Banken zeigen, wie unterschiedlich die Banken abrechnen.
Fertilio vermittelt keinen Spendersamen und empfiehlt keine bestimmte Samenbank. Die Tabelle gibt die veröffentlichten Preise alphabetisch wieder, abgerufen am 04.10.2026:
| Samenbank | Preis je Einheit | MwSt. | Preisstand laut Bank |
|---|---|---|---|
| Berliner Samenbank, Berlin | 1.130,50 € je Probe für IUI oder IVF, 700 € je Probe für ICSI | inklusive | in Kraft seit 24.11.2023 |
| Born Donor Bank, Dänemark | ID-Release 450 bis 1.980 € je Einheit, z. B. 968 € für IUI MOT20+ | zuzüglich | nicht angegeben |
| Cryobank München | 499,80 € je Straw, ab dem 7. Straw 452,20 €, dazu 995 € einmalig je Kind | inklusive 19 % | 2026 |
| Cryos International, Dänemark | dynamisch, meist 100 bis 1.000 € je Halm; Einstieg für in Deutschland zulässige ID-Release-Spender nicht veröffentlicht | zuzüglich | nicht angegeben |
| Cryostore, Essen | 372 € je Portion | inklusive | gültig ab 01.10.2022 |
| Erlanger Samenbank | 700 € je Probe | nicht angegeben | nicht angegeben |
| European Sperm Bank, Hamburg und Kopenhagen | ID-Release 995 bis 1.150 € je Halm (Richtpreise) | zuzüglich | nicht angegeben |
| SEJ Samenbank Berlin | 347,30 € je Auslieferung von 3 Straws außerhalb Berlins (in Berlin 287,30 €), dazu 1.977 € Grundgebühr | brutto | nicht angegeben |
| Sperm Bank Germany, Düsseldorf | 800 € je RTU-Halm, 700 € je ICSI-Halm | inklusive | seit 01.04.2026 |
Für die 77 35 Kryobank in Hamburg und die MAYA Sperm Bank in Hürth bei Köln sind keine Preise veröffentlicht. Die Berliner Samenbank und die European Sperm Bank gehören seit dem 19.03.2026 zur selben Unternehmensgruppe (Fertio). Alle Banken mit Standorten, Zielgruppen und Lieferbedingungen stehen in der ausführlichen Samenbank-Tabelle.
Wichtig bei ausländischen Banken: Für eine Behandlung in Deutschland kommen nur ID-Release-Spender in Frage. Die deutsche Klinik muss sicherstellen, dass die ausländische Bank die Spenderdaten auf Verlangen an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) übermittelt (§ 5 Abs. 1 Satz 2 SaRegG). Die niedrigeren Preise für No-ID-Spender, bei der European Sperm Bank 775 bis 925 Euro je Halm, spielen für Deutschland deshalb keine Rolle. Die englische Preisseite der European Sperm Bank nennt für ID-Release-Spender bis 1.375 Euro, bei Spendern mit niedrigem Familienlimit bis 1.870 Euro je Halm. Bei den dänischen Banken kommt die Mehrwertsteuer des Lieferlandes dazu, die European Sperm Bank nennt dafür 17 bis 27 Prozent.
Rechenbeispiele: Spendersamen für eine Insemination
Weil die Banken unterschiedlich abrechnen, hilft ein Rechenbeispiel: Samen für eine Insemination, erste Bestellung, Lieferung an ein Kinderwunschzentrum außerhalb der Stadt der Bank. Gerechnet sind nur veröffentlichte Preise:
| Samenbank | Rechnung | Summe |
|---|---|---|
| Berliner Samenbank | 1 Probe 1.130,50 € + Versand 300 € | 1.430,50 € |
| Cryobank München | Gebühr 995 € + 1 Straw 499,80 € + Transport 165 € + 285 € (Beispiel der Bank) | 1.944,80 € |
| Cryostore | 2 Portionen je 372 € + Versand 120 € | 864,00 € |
| Erlanger Samenbank | 1 Probe 700 € + Versand 150 € zzgl. MwSt. | 850 € plus MwSt. auf den Versand |
| SEJ Samenbank Berlin | Grundgebühr 1.977 € + 3 Straws 347,30 € + Transport 152 € | 2.476,30 € |
| Sperm Bank Germany | Matching 50 € + 1 RTU-Halm 800 € + Versand 200 € + Bearbeitung 50 € | 1.100,00 € |
Die Summen sind nicht eins zu eins vergleichbar. Bei der Cryobank München ist die Gebühr von 995 Euro einmalig bis zur Geburt fällig und enthält die gesetzliche Meldung an das Samenspenderregister, für ein Geschwisterkind fällt sie erneut an. Die Grundgebühr der SEJ Samenbank enthält laut Preisliste keine Auslieferung, je Insemination verwendet die Bank drei Straws. Ob die 700 Euro der Erlanger Samenbank Mehrwertsteuer enthalten, gibt die Bank nicht an. Eine Aufnahme- oder Grundgebühr gibt es bei der Sperm Bank Germany laut eigener Aussage nicht. Für die 77 35 Kryobank und die MAYA Sperm Bank lässt sich keine Summe berechnen.
Bei den dänischen Banken kommen zum Halmpreis Versand und Mehrwertsteuer dazu: Born nennt für Europa 305 Euro, die European Sperm Bank 315 Euro, Cryos innerhalb der EU 237 bis 411 Euro, jeweils zuzüglich MwSt.
Zusatzkosten der Samenbanken
Zum Preis je Portion kommen je nach Bank weitere Posten. Beispiele aus den Preislisten:
- Versand: Deutsche Samenbanken dürfen Spendersamen nur an Einrichtungen der medizinischen Versorgung abgeben (§ 3 Abs. 1 SaRegG), der Samen geht also immer an deine Klinik. Innerhalb Deutschlands nennen die Banken zum Beispiel 120 Euro (Cryostore), 150 Euro zuzüglich MwSt. (Erlanger Samenbank), 152 Euro (SEJ Samenbank), 200 Euro (Sperm Bank Germany) und 300 Euro (Berliner Samenbank). Die Cryobank München berechnet 165 plus 285 Euro je Transport, nicht je Straw.
- Mehrere Proben auf einmal: Die Erlanger Samenbank verschickt höchstens drei Proben gleichzeitig und berechnet den Versand je Versandvorgang.
- Reservierung: Die Berliner Samenbank nimmt 100 Euro pro Halbjahr, die Cryobank München 400 Euro für ein Jahr Reservierung und Lagerung von bis zu 6 Straws, Cryostore 297,50 Euro für 12 Monate und bis zu 6 Portionen. Die European Sperm Bank nennt für einen Pregnancy Slot 350 Euro, Born 350 Euro für ID-Release-Spender. Cryos berechnet für die Quotenreservierung bei ID-Release-Spendern 350 Euro zuzüglich MwSt. und weist darauf hin, dass die Preise je nach Behandlungsland variieren können.
- Lagerung: SEJ Samenbank 59,50 Euro pro Straw und Jahr, Sperm Bank Germany 190 Euro je 6 Monate, Cryostore die ersten 30 Tage kostenlos und danach 45 Euro pro Monat, European Sperm Bank 20 Euro pro Monat (mindestens 3 Monate) oder 200 Euro pro Jahr zuzüglich MwSt. Lagert deine Klinik den Samen, berechnet sie das zusätzlich, darauf weist zum Beispiel die Erlanger Samenbank hin.
- Spenderauswahl und Profile: Bei der Berliner Samenbank ist die Vorauswahl kostenfrei, ein erweitertes Profil kostet 55 Euro, ein Gespräch mit Fotoeinsicht 100 Euro. Die Sperm Bank Germany berechnet 50 Euro pro Matching. Cryos verlangt für den Zugang zu Erwachsenenfotos 125 Euro zuzüglich MwSt. für drei Monate, und Halme von Spendern mit Erwachsenenfotos sind dort teurer. Die Erlanger Samenbank und die Cryobank München arbeiten bewusst ohne Online-Katalog.
- Genetischer Abgleich: Gen-Matching 1.200 Euro bei der Berliner Samenbank, GeneXmatch 995 Euro zuzüglich MwSt. bei der European Sperm Bank.
- Eilbestellung und Änderungen: Die Berliner Samenbank berechnet einen Expresszuschlag von 200 bzw. 100 Euro, 100 Euro für die Überarbeitung der Auswahlliste und 200 Euro Umschreibungsgebühr.
- Exklusivspender und Familienlimits: Cryos nennt 36.000 Euro zuzüglich MwSt. für einen Exklusivspender, Born 35.000 Euro (5 Familien weltweit) bzw. 45.000 Euro (1 Familie weltweit). Bei der European Sperm Bank kosten Family15 8.000 Euro und Family5 22.000 Euro, jeweils plus Halme und ohne MwSt.; ob Family15 für Deutschland buchbar ist, ist nicht veröffentlicht. Die Berliner Samenbank nennt für eine Exklusivspende keinen Preis, sondern „auf Anfrage“.
Was steckt im Preis? Samenbanken müssen jeden Spender nach der TPG-Gewebeverordnung unter anderem auf HIV 1 und 2, Hepatitis B und C, Syphilis und Chlamydien testen. Die Proben lagern mindestens 180 Tage in Quarantäne, danach wird der Spender erneut getestet. Dazu kommen Auswahlgespräche, Lagerung, Dokumentation und die Meldung an das Samenspenderregister.

Behandlungskosten mit Spendersamen
Je nach Befund kommen verschiedene Behandlungen in Frage. Mit Spendersamen zahlst du in Deutschland immer den Selbstzahlerpreis.
Insemination (IUI) mit Spendersamen
Die Insemination ist das einfachste Verfahren: Die Klinik bringt den aufbereiteten Spendersamen zum Eisprung direkt in die Gebärmutter ein. Eine Münchner Kinderwunschpraxis berechnet Selbstzahlerinnen für die Insemination mit Spendersamen 470 bis 540 Euro, mit Partnersamen 350 bis 420 Euro. Dazu kommen Kontrolltermine mit Ultraschall und Hormonwerten zu je 150 bis 170 Euro. Mit Partnersamen kommt die Praxis so auf 800 bis 900 Euro pro Zyklus.
Wird hormonell stimuliert, kommen Medikamente dazu: in München rund 70 Euro, bei vitro-med für die Medikamente einer stimulierten Insemination rund 750 Euro. Wie die Behandlung abläuft, erklärt der Artikel IUI Behandlung.
Die Erlanger Samenbank nennt für die Behandlung in der Praxis ca. 200 bis 400 Euro je Inseminationszyklus und ca. 2.000 bis 4.000 Euro je IVF- oder ICSI-Zyklus, jeweils zuzüglich der Lagerung des Spendersamens in der Praxis. Welche Leistungen in diesen Spannen stecken, schlüsselt sie nicht auf. Lass dir deshalb von deiner Klinik einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
IVF mit Spendersamen
Bei der IVF werden nach der Hormonstimulation deine Eizellen entnommen und im Labor mit dem Spendersamen zusammengebracht. Danach überträgt die Klinik einen Embryo in die Gebärmutter. familienplanung.de nennt für eine IVF 3.200 bis 3.600 Euro, die Erlanger Samenbank ca. 2.000 bis 4.000 Euro je IVF- oder ICSI-Zyklus, zuzüglich Lagerung des Spendersamens. Dazu kommt der Samen, je nach Bank eine Probe (Berliner und Erlanger Samenbank) bis drei Halme (Sperm Bank Germany).
ICSI mit Spendersamen
Bei der ICSI wird ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle eingebracht. Dafür reicht weniger Samen, mehrere Banken bieten deshalb günstigere ICSI-Proben an: 700 Euro statt 1.130,50 Euro bei der Berliner Samenbank, 700 Euro je ICSI-Halm statt 800 Euro bei der Sperm Bank Germany. Für die Behandlung selbst nennt familienplanung.de ab ca. 3.500 Euro, die Erlanger Samenbank wie bei der IVF ca. 2.000 bis 4.000 Euro je Zyklus, zuzüglich Lagerung des Spendersamens.
Welche Methode ist die richtige?
Ob erst Insemination oder gleich IVF, fragen sich viele. Das hängt von deiner Situation ab, und die Entscheidung triffst du gemeinsam mit der Klinik. Eine Rolle spielen unter anderem:
- dein Alter
- deine Eizellreserve
- ob die Eileiter durchgängig sind
- deine finanzielle Situation
Eine Insemination kostet pro Versuch deutlich weniger, eine IVF ist aufwendiger und körperlich belastender. Lass dir beide Wege mit den Preisen deiner Klinik durchrechnen, auch für mehrere Versuche. Kliniken, die mit Spendersamen behandeln, findest du im Klinikfinder mit Filter Spendersamen.
Kosten in Deutschland
In Deutschland regelt das Samenspenderregistergesetz (SaRegG) die Samenspende. Für deine Planung heißt das:
- Register: Seit Juli 2018 werden die Daten von Samenspendern im Samenspenderregister beim BfArM gespeichert, 110 Jahre lang (§ 8 SaRegG). Das gilt für ärztlich unterstützte Befruchtungen mit Samen aus einer Samenbank.
- Auskunft für das Kind: Das Kind hat gegenüber dem BfArM einen Anspruch auf Auskunft über die Identität des Spenders. Ein Mindestalter gibt es nicht: Vor dem 16. Geburtstag können die Eltern als gesetzliche Vertreter den Anspruch geltend machen, ab 16 nur das Kind selbst (§ 10 SaRegG). Laut BfArM setzt ein Auskunftsanspruch der Eltern voraus, dass das Kind die nötige Verstandesreife hat. Ein eigenes Recht auf Kenntnis des Spenders haben die Eltern nicht. Das BfArM kann für Auskünfte ein Entgelt verlangen, eine Höhe ist nicht veröffentlicht.
- Kein Heimversand deutscher Banken: Deutsche Samenbanken liefern nur an Einrichtungen der medizinischen Versorgung (§ 3 Abs. 1 SaRegG). Gibt eine Bank trotzdem an Privatpersonen ab, droht ihr ein Bußgeld bis 30.000 Euro (§ 12 SaRegG).
- Kinderzahl pro Spender: Eine gesetzliche Obergrenze gibt es in Deutschland nicht. Der Arbeitskreis für donogene Insemination (AKDI) empfiehlt höchstens 15 Familien pro Samenspender, das ist eine freiwillige Selbstverpflichtung.
- Vorlauf: Spenderauswahl und Versand dauern je nach Bank einige Wochen. Eilbestellungen kosten bei manchen Banken einen Zuschlag.
Die Behandlungspreise unterscheiden sich von Klinik zu Klinik. Beim Samen zählt teils die Entfernung zur Bank: Liegt deine Klinik in derselben Stadt, ist der Versand bei manchen Banken günstiger, bei der Berliner Samenbank zum Beispiel 180 statt 300 Euro. Was rechtlich sonst gilt, steht im Ratgeber unter Rechtslage.
Kosten für Single-Frauen und Frauenpaare
In Deutschland gibt es keine gesetzliche Regelung, bei welchem Personenkreis eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden darf. Die Verwendung von Spendersamen bei Frauenpaaren und alleinstehenden Frauen ist zulässig (Hessisches Ärzteblatt, 2021). Fast alle deutschen Samenbanken beliefern Kliniken auch für Single-Frauen und lesbische Paare, laut AKDI nicht die MAYA Sperm Bank. In Österreich und der Schweiz ist die Behandlung mit Spendersamen für alleinstehende Frauen nicht erlaubt.
Single-Frauen zahlen alles selbst: Die gesetzliche Krankenkasse setzt eine Ehe voraus, und die Förderprogramme richten sich an Paare. Steuerlich gibt es bisher nur ein Urteil des Finanzgerichts Münster, das die Kosten einer alleinstehenden, krankheitsbedingt unfruchtbaren Frau anerkannt hat (siehe Steuer). Mehr zum Weg als Single-Frau steht im Ratgeber unter Samenspende für Single-Frauen.
Frauenpaare bekommen auch verheiratet keine gesetzliche Kassenleistung. Einige Bundesländer fördern sie aber aus eigenen Mitteln (siehe Förderung). Später kommt in Deutschland die Stiefkindadoption dazu: Das Abstammungsrecht sieht bisher keine gemeinsame Elternschaft gleichgeschlechtlicher Paare vor, die zweite Mutter wird erst durch Adoption rechtlich Elternteil (Bundesministerium der Justiz). Der Antrag auf Adoption muss notariell beurkundet werden (§ 1752 BGB), dafür fallen Notargebühren an. Eine Reform, die das ändert, ist bisher nicht beschlossen. Mehr dazu unter Samenspende für Frauenpaare.
Zahlt die Krankenkasse?
Die Kostenübernahme bei Spendersamen unterscheidet sich stark zwischen den Ländern.
Deutschland: gesetzliche Krankenkasse
Bei einer Behandlung mit Spendersamen zahlt die gesetzliche Krankenkasse nichts, weder für den Samen noch für die Behandlung. § 27a SGB V setzt voraus, dass die Partner miteinander verheiratet sind und ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden. Das gilt auch dann, wenn beim Ehemann keine Spermien vorhanden sind (Azoospermie), und ebenso für lesbische Ehepaare.
Keine Kassenleistung also bei:
- jeder Behandlung mit Spendersamen, ob IUI, IVF oder ICSI
- unverheirateten Paaren
- Frauenpaaren, auch wenn sie verheiratet sind
- alleinstehenden Frauen
Manche Krankenkassen bieten als freiwillige Zusatzleistung eine Kostenbeteiligung an der Behandlung an, auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren. An den Kosten für den Spendersamen beteiligen sich die Kassen nicht (beides familienplanung.de). Welche Kasse per Satzung mehr zahlt, zeigt der Vergleich Was die Krankenkasse zahlt. Frag vor Behandlungsbeginn konkret und schriftlich nach.
Private Krankenversicherung
In der privaten Krankenversicherung entscheidet dein Tarif. Ob er eine Behandlung mit Spendersamen und die Kosten des Samens erstattet, regelt dein Vertrag. Lass dir die Zusage vor Behandlungsbeginn schriftlich geben.
Österreich und Schweiz
In Österreich zahlt der IVF-Fonds bei passender Indikation 70 Prozent einer IVF oder ICSI, aber nie den Spendersamen und keine Insemination. In der Schweiz zahlt die Grundversicherung keine IVF, und die Kosten für Spendersamen regelt sie nicht. Details stehen unten unter Österreich und Schweiz.

Förderung der Bundesländer mit Spendersamen
Die Bundesförderung setzt die ausschließliche Verwendung von Ei- und Samenzellen der Partner voraus, mit Spendersamen gibt es sie also nicht. Gefördert werden in der Bund-Länder-Förderung ohnehin nur IVF und ICSI. Einige Länder fördern Behandlungen mit Spendersamen aus eigenen Mitteln:
| Land | Wer | Höhe |
|---|---|---|
| Bremen | gleichgeschlechtliche Paare (Ehe, Lebenspartnerschaft oder nichteheliche Lebensgemeinschaft) | bis 50 %, höchstens 1.200 € (IVF) bzw. 1.300 € (ICSI) im 1. bis 3. Versuch, 1.600 bzw. 1.700 € im 4. Versuch |
| Rheinland-Pfalz | Frauenpaare | 12,5 % im 1. bis 3. Versuch, höchstens 400 bzw. 450 €; 25 % im 4. Versuch, höchstens 800 bzw. 900 € |
| Saarland | Frauenpaare, Behandlung im Saarland oder in Rheinland-Pfalz | bis 25 % des Eigenanteils, höchstens 500 € je Behandlungszyklus, 1. bis 4. Zyklus |
| Thüringen (Stiftung HandinHand, auch 2026) | Frauenpaare und Paare mit Spendersamen, Frau unter 42 | bis 25 % je Versuch, höchstens 800 € (IVF) bzw. 900 € (ICSI) im 1. bis 3. Versuch, 1.600 bzw. 1.800 € im 4. Versuch |
Thüringen ist das einzige Land in dieser Liste, das auch Paare aus Mann und Frau mit Spendersamen ausdrücklich nennt. Die Kosten der Samenspende selbst erstattete schon die Thüringer Richtlinie von 2025 nicht, gefördert wird die Behandlung.
Berlin hat sein früheres Programm, das auch die IVF mit Fremdsamenspende förderte, eingestellt: Im Doppelhaushalt 2026 und 2027 stehen dafür keine Mittel zur Verfügung. Niedersachsen bewilligt seit dem 1. Juni 2026 keine Anträge mehr. Weitere Länder und alle Bedingungen findest du im Überblick zur Kostenübernahme.
Samenspende-Kosten von der Steuer absetzen
In Deutschland kannst du selbst getragene Kosten als außergewöhnliche Belastung absetzen, soweit sie deine zumutbare Belastung übersteigen. Die liegt je nach Einkommen, Familienstand und Kinderzahl bei 1 bis 7 Prozent (§ 33 Abs. 3 EStG).
- Frauenpaare und Ehepaare: Der Bundesfinanzhof hat 2017 die Kosten einer IVF mit Spendersamen bei einer unfruchtbaren Frau in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft anerkannt, einschließlich der Kosten für Bereitstellung und Aufbereitung des Spendersamens (VI R 47/15). Voraussetzung ist, dass bei der behandelten Frau eine Unfruchtbarkeit vorliegt und die Behandlung mit dem ärztlichen Berufsrecht im Einklang steht. Für verheiratete Paare hatte der BFH eine Befruchtung mit Spendersamen schon früher anerkannt, darauf verweist das Urteil.
- Single-Frauen: Ein Urteil des Bundesfinanzhofs gibt es nicht. Das Finanzgericht Münster hat 2020 die Kosten einer alleinstehenden, krankheitsbedingt unfruchtbaren Frau anerkannt. Dabei komme es nicht darauf an, ob die Frau verheiratet ist oder in einer festen Beziehung lebt (1 K 3722/18 E). Die Revision wurde zugelassen.
- Behandlung im Ausland: Sie ist absetzbar, wenn sie zumindest in einem Bundesland hätte durchgeführt werden können. Im Fall von 2017 erkannte der BFH auch die Fahrt- und Übernachtungskosten nach Dänemark an.
Was du tatsächlich sparst, hängt von Einkommen und Steuersatz ab. Details findest du im Ratgeber Kinderwunsch Kosten steuerlich absetzen.
Kosten in Österreich
Eine Samenspende ist in Österreich nur in einer Ehe, eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft zulässig (§ 2 Abs. 1 FMedG). Frauenpaare haben Zugang, laut Gesetzeswortlaut in eingetragener Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft. Alleinstehende Frauen sind ausgeschlossen. Die Grünen haben im Parlament beantragt, das zu ändern (Parlamentskorrespondenz vom 17.10.2025). Geltendes Recht ist das nicht.
Weitere Regeln mit Folgen für die Kosten:
- Notariatsakt: Bei Lebensgefährten und immer bei Samen einer dritten Person muss die Zustimmung als Notariatsakt erfolgen (§ 8 Abs. 1 FMedG). Dafür fallen Notarkosten an.
- Nur über Krankenanstalten: Der Samen darf nur einer zugelassenen Krankenanstalt zur Verfügung gestellt werden (§ 11 FMedG), ein Spender für höchstens drei Familien (§ 14 Abs. 2 FMedG). Das Kind kann ab 14 Einsicht in die Spenderdaten nehmen (§ 20 Abs. 2 FMedG).
- Kein Handel, keine Werbung: Die Überlassung von Samen darf nicht Gegenstand eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts sein. Vermittlung und jede Werbung für die Überlassung oder Vermittlung von Samen sind unzulässig (§ 16 FMedG).
Was die Behandlung in Österreich kostet
Einige österreichische Kinderwunschkliniken haben eigene Spenderprogramme, andere beziehen den Samen von Samenbanken in Dänemark, die direkt an die Klinik liefern. Die ausgewerteten Kliniken mit eigenem Programm veröffentlichen keine Preise für Empfängerinnen. Ein veröffentlichtes Beispiel für eine Insemination mit Spendersamen: Next Fertility IVF Prof. Zech in Bregenz nennt 1.350 Euro inklusive USt., ohne das sogenannte Schwangerschaftsrecht (Preise gültig ab 01.04.2025). Ob der Samen darin enthalten ist, geht aus der Preisliste nicht eindeutig hervor.
Als Selbstzahlerpreis setzt der Kostenrechner für Österreich rund 800 Euro je Insemination ohne Medikamente an, rund 6.000 Euro je IVF und rund 6.500 Euro je ICSI inklusive Medikamente, gerundet aus Klinikangaben.
IVF-Fonds: zahlt den Samen nicht
Der IVF-Fonds übernimmt 70 Prozent der Kosten einer IVF oder ICSI (IVF-Fonds-Gesetz § 2). Bei Spendersamen gilt laut Sozialministerium:
- Die Kosten für die Bereitstellung von Spendersamen finanziert der Fonds nicht mit.
- Inseminationen fallen gar nicht unter das IVF-Fonds-Gesetz, auch nicht mit Spendersamen.
- Liegt bei mindestens einer Person des Paares eine medizinische Indikation nach dem IVF-Fonds-Gesetz vor, übernimmt der Fonds eine erforderliche IVF oder ICSI trotzdem anteilig. Seit 1. Jänner 2015 sind auch gleichgeschlechtliche Paare anspruchsberechtigt.
Mit Fondsförderung zahlst du für eine IVF oder ICSI nur den Selbstbehalt. Laut Sozialministerium sind das bei den Tarifen ab 01.07.2025 rund 970 bis 1.170 Euro pro Versuch ohne Steuern, je nach Methode, Alter und Zentrum (IVF 971,54 bis 1.063,86 Euro, ICSI 1.078,36 bis 1.170,68 Euro). Eine Senkung des Selbstbehalts von 30 auf 25 Prozent ist angekündigt (APA, 18.07.2026), steht aber noch nicht im IVF-Fonds-Gesetz (Fassung vom 04.10.2026). Den Spendersamen samt Versand und mögliche Zusatzleistungen zahlst du voll. Weitere Voraussetzungen sind unter anderem eine der vorgesehenen Diagnosen (etwa Eileiter, Endometriose, PCO oder Unfruchtbarkeit des Mannes), die Frau unter 40, der Partner oder die Partnerin unter 50 und ein Vertragszentrum. Alle Bedingungen stehen im Überblick zur Kostenübernahme.
Kosten in der Schweiz
In der Schweiz dürfen gespendete Samenzellen nur bei Ehepaaren verwendet werden (Art. 3 Abs. 3 FMedG), seit dem 1. Juli 2022 auch bei verheirateten Frauenpaaren. Für alleinstehende Frauen und unverheiratete Paare ist die Samenspende nicht erlaubt. Der Bundesrat will sie künftig auch unverheirateten Paaren ermöglichen und hat eine Vernehmlassungsvorlage bis Ende 2026 in Auftrag gegeben. Geltendes Recht ist das nicht.
Weitere Regeln: höchstens acht Kinder pro Spender (Art. 22 Abs. 2 FMedG), Spenderauswahl nur nach Blutgruppe und Ähnlichkeit der äußeren Erscheinung (Art. 22 Abs. 4), Abgabe nur an Personen mit Bewilligung (Art. 20 Abs. 1), Auskunft für das Kind ab 18 (Art. 27). Samenbanken, die unabhängig von einem Kinderwunschzentrum betrieben werden, gibt es laut Nationaler Ethikkommission (2019) in der Schweiz nicht. Die veröffentlichten Preise sind deshalb Behandlungspreise der Zentren:
| Zentrum | Leistung | Preis |
|---|---|---|
| CHUV Lausanne | Insemination mit Spendersamen bei vollständiger Betreuung am CHUV, falls nicht von der Krankenkasse übernommen | 1.300 bis 1.800 CHF |
| EOC Locarno | Insemination mit Spendersamen inkl. Aufbereitung des Spendersamens; bei IVF Spendersamen zusätzlich (Tarifblatt ohne Datum) | 1.700 CHF; bei IVF 600 CHF |
| OVA Zürich | Insemination mit Spendersamen, dazu einmalige Grundgebühr für Spendersuche, Abklärung, Spenderentschädigung und Registermeldung | 1.100 CHF plus 2.500 CHF |
Als Selbstzahlerpreis setzt der Kostenrechner für die Schweiz rund 1.300 Franken je Insemination inklusive Stimulation an, rund 8.000 Franken je IVF und 8.500 Franken je ICSI inklusive Medikamente.
Krankenkasse: Die Grundversicherung zahlt bei der Insemination höchstens drei Zyklen pro Schwangerschaft, eine IVF zahlt sie nicht (KLV Anhang 1). Die Kosten für Spendersamen regelt die KLV nicht. Die OVA schreibt, Spenderinseminationen würden von der Krankenkasse in der Schweiz nicht bezahlt. Das Universitätsspital Zürich nennt die Übernahme von bis zu drei Inseminationen ausdrücklich mit dem Samen des Partners, das CHUV formuliert offener. Kläre die Kostenübernahme deshalb vorab mit deiner Krankenkasse.
Behandlung im Ausland: Wurde das Kind durch eine Samenspende im Ausland oder eine private Samenspende gezeugt, braucht die Ehefrau der Mutter weiterhin eine Stiefkindadoption (Bundesamt für Justiz). Diese Folgekosten gehören in die Rechnung, wenn du eine Behandlung außerhalb der Schweiz erwägst.

Kosten bei mehreren Versuchen
Die wenigsten werden beim ersten Versuch schwanger. Deshalb ist die Gesamtrechnung meist höher als ein einzelner Zyklus.
Ergebnisse laut Deutschem IVF-Register:
- Insemination mit Spendersamen: 16,0 Prozent klinische Schwangerschaften pro Insemination (2024), 14,2 Prozent Geburten (Jahrgang 2023)
- IVF oder ICSI mit Spendersamen: 31,3 Prozent klinische Schwangerschaften und 23,3 Prozent Geburten pro Transfer (2023), bei einem Durchschnittsalter der Frauen von 37,2 Jahren
Das sind Durchschnittswerte aller Behandlungen, keine Prognose für dich. Deine Klinik kann dir sagen, womit du in deiner Situation rechnen kannst.
Samenkosten für mehrere Versuche: Zwei Banken veröffentlichen eigene Beispiele. Die Sperm Bank Germany nennt für drei Inseminationen 2.700 Euro, die Cryobank München für drei Straws an ein Zentrum außerhalb Münchens 2.944,40 Euro. Diese Regeln beeinflussen die Rechnung:
- Einmalgebühren: Die Gebühr der Cryobank München von 995 Euro gilt bis zur Geburt, für ein Geschwisterkind fällt sie erneut an.
- Mengenpreis: Bei der Cryobank München kostet ab dem 7. Straw jeder weitere 452,20 statt 499,80 Euro.
- Versand: Bei der Cryobank München und der Erlanger Samenbank wird je Transport bzw. Versandvorgang abgerechnet, nicht je Probe.
- Nachbestellung: Die Erlanger Samenbank gibt Proben zunächst für höchstens drei Behandlungen ab. Nach ärztlich bestätigter klinischer Schwangerschaft dürfen beliebig viele Proben desselben Spenders nachbestellt werden, gleichzeitig besitzen darfst du höchstens drei.
- Reservierung und Lagerung: Wer weitere Versuche oder ein Geschwisterkind mit demselben Spender plant, zahlt je nach Bank Reservierungs- und Lagergebühren (siehe Zusatzkosten).
Behandlungskosten für mehrere Versuche: Die Münchner Praxis rechnet mit Partnersamen mit 800 bis 900 Euro pro Inseminationszyklus, Kontrolltermine eingeschlossen. Mit Spendersamen kostet dort der Eingriff 470 bis 540 statt 350 bis 420 Euro, also 120 Euro mehr. Für drei Zyklen mit Spendersamen kommen so allein für die Behandlung rund 2.760 bis 3.060 Euro zusammen, plus Medikamente und Samen. Ob erst Insemination oder gleich IVF, steht unter Welche Methode ist die richtige?
Private Samenspende: Kosten und Risiken
Bei einer privaten Samenspende ohne Samenbank fällt keine Samenbank-Rechnung an. Dafür fehlt der Schutz, den die Kosten oben bezahlen:
- Keine Pflichttests: Für Samenbanken sind Infektionstests und 180 Tage Quarantäne vorgeschrieben (TPG-Gewebeverordnung). Bei einer privaten Spende gibt es das nicht, Tests müsst ihr selbst organisieren und bezahlen.
- Kein Schutz vor Vaterschaft: Der Ausschluss der Vaterschaft nach § 1600d Abs. 4 BGB gilt nur bei einer ärztlich unterstützten Befruchtung in einer Einrichtung der medizinischen Versorgung mit Samen aus einer Samenbank. Die Becherspende ist davon laut Gesetzesbegründung ausdrücklich nicht erfasst. Der private Spender kann also als Vater festgestellt werden, mit Unterhaltspflicht. Auf künftigen Unterhalt kann nicht verzichtet werden (§ 1614 BGB). Umgekehrt kann der Spender selbst die Vaterschaft eines anderen Mannes anfechten (BGH, XII ZR 49/11).
- Kein Registereintrag: Das Samenspenderregister erfasst nur ärztlich unterstützte Befruchtungen, private Spenden nicht (BfArM).
- Keine Kassenleistung, keine Förderung: Auch hier zahlst du alles selbst.
In Österreich ist ein privater Spender nur dann nicht als Vater feststellbar, wenn die Person, mit der die Mutter verheiratet oder in eingetragener Partnerschaft verbunden ist, der Zeugung zugestimmt hat (§ 148 Abs. 5 ABGB). In der Schweiz ist nach einer privaten Spende eine Vaterschaftsklage gegen den Spender möglich (Art. 23 Abs. 2 FMedG).
Eine Samenbank kann auch den Samen eines Spenders aufnehmen, den du selbst kennst. Die SEJ Samenbank Berlin führt dafür in ihrer Preisliste einen Posten Privatspender mit ca. 1.400 Euro plus 150 Euro je Auslieferung. Ob der Spender dann vor der Vaterschaft geschützt ist, hängt von den Voraussetzungen des § 1600d Abs. 4 BGB ab: eine ärztlich unterstützte Befruchtung in einer Einrichtung der medizinischen Versorgung mit Samen, den der Spender einer Entnahmeeinrichtung zur Verfügung gestellt hat. Lass vorab rechtlich prüfen, ob das in deinem Fall zutrifft. Was Bechermethode und Heiminsemination rechtlich und gesundheitlich bedeuten, erklärt der Ratgeber Private Samenspende mit den Abschnitten Bechermethode und Heiminsemination.
Kosten planen und finanzieren
Eine Behandlung mit Spendersamen ist eine große finanzielle Belastung. Diese Punkte helfen beim Planen:
- Preislisten richtig lesen: Achte auf die Einheit (Probe, Straw, Halm, Portion), die Mehrwertsteuer, Grundgebühren und Versand. Die Rechenbeispiele zeigen, wie stark das die Summe verändert.
- Kostenvoranschlag der Klinik: schriftlich, mit Eingriff, Kontrollterminen, Medikamenten und Lagerung des Samens.
- Mehrere Versuche einplanen: Reservierung, Lagerung und Versand je Transport gehören in die Rechnung.
- Zuschüsse prüfen: Landesförderung, freiwillige Leistungen deiner Krankenkasse für die Behandlung, Tarif der privaten Krankenversicherung, in Österreich der IVF-Fonds für die IVF oder ICSI.
- Belege sammeln: Für die Steuer zählen Behandlung, Samen sowie Fahrt- und Übernachtungskosten.
- Finanzierung: Einzelne Samenbanken bieten eine Finanzierung an, das ist ein Kredit mit Zinsen. Vergleiche Zinssatz und Laufzeit. Frag deine Klinik, ob sie Ratenzahlung anbietet.
Die Kosten einer Behandlung mit Spendersamen sind hoch, lassen sich mit den veröffentlichten Preislisten aber gut planen. Wie die Behandlung abläuft und was rechtlich gilt, erklärt der Ratgeber Samenspende mit den Abschnitten Ablauf und Rechtslage. Kliniken, die mit Spendersamen behandeln, findest du im Klinikfinder. Der Fertilio-Berater hilft dir, Kliniken für deine Situation zu finden.
Häufige Fragen
Was kostet eine Portion Spendersamen?
Laut den Preislisten deutscher Samenbanken zwischen 372 Euro je Portion (Cryostore) und 1.130,50 Euro je Probe (Berliner Samenbank), jeweils inklusive MwSt., abgerufen am 04.10.2026. Die SEJ Samenbank Berlin rechnet mit Grundgebühr und Auslieferungspreis. Bei dänischen Banken liegen die Preise für in Deutschland zulässige ID-Release-Spender zum Beispiel bei 995 bis 1.150 Euro je Halm (European Sperm Bank) oder 450 bis 1.980 Euro je Einheit (Born), zuzüglich MwSt. Weil Einheiten und Gebühren unterschiedlich sind, vergleichst du besser die Kosten für eine ganze Insemination: 864 bis 2.476,30 Euro bei sechs deutschen Banken.
Was kostet eine Samenspende ohne Behandlung?
Als Empfängerin zahlst du die Samenbank: für eine Insemination 864 bis 2.476,30 Euro bei sechs deutschen Banken, inklusive Versand und Einmalgebühren. Bei deutschen Samenbanken geht es nicht ohne Klinik, denn sie dürfen Spendersamen nur an Einrichtungen der medizinischen Versorgung abgeben (§ 3 Abs. 1 SaRegG). Ausländische Banken fallen nicht direkt unter diese Norm. Wird aber außerhalb einer Einrichtung der medizinischen Versorgung inseminiert, schützt § 1600d Abs. 4 BGB den Spender nicht vor der Vaterschaft (siehe Heiminsemination).
Bekommt der Samenspender Geld?
Du bezahlst die Samenbank oder Klinik, nicht den Spender. In Österreich darf die Überlassung von Samen nicht Gegenstand eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts sein (§ 16 Abs. 1 FMedG), in der Schweiz ist die Samenspende als solche unentgeltlich (Art. 21 FMedG). Einen Kaufpreis bekommen Spender dort also nicht, wohl aber eine Aufwandsentschädigung: Ein Wiener Kinderwunschzentrum nennt 100 Euro je geeigneter Samenprobe und einen Auslagenersatz von bis zu 1.000 Euro, ein Zentrum in Olten 150 Franken pro Termin, höchstens 1.500 Franken. Bei der OVA in Zürich deckt die Grundgebühr von 2.500 Franken laut Preisliste unter anderem die Spenderentschädigung.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Spendersamen?
Nein. In Deutschland zahlt die gesetzliche Krankenkasse bei Spendersamen weder den Samen noch die Behandlung, auch nicht bei verheirateten Paaren (§ 27a SGB V). Manche Kassen beteiligen sich freiwillig an den Behandlungskosten, laut familienplanung.de auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Am Spendersamen selbst beteiligen sich die Kassen laut familienplanung.de nicht. Bei privater Versicherung entscheidet der Tarif. In Österreich zahlt der IVF-Fonds bei passender Indikation 70 Prozent einer IVF oder ICSI, aber nicht den Spendersamen und keine Insemination. In der Schweiz regelt die Grundversicherung die Kosten für Spendersamen nicht, kläre die Übernahme einer Spenderinsemination vorab mit deiner Kasse.
Wie viele Behandlungsversuche braucht man?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Laut Deutschem IVF-Register führten 2024 16,0 Prozent der Inseminationen mit Spendersamen zu einer klinischen Schwangerschaft, bei IVF und ICSI mit Spendersamen waren es 2023 31,3 Prozent pro Transfer. Wie viele Versuche du brauchst, hängt unter anderem von deinem Alter und deinen Befunden ab. Plane dein Budget deshalb für mehrere Zyklen.
Kann man die Kosten für Samenspende von der Steuer absetzen?
Ja, wenn eine Unfruchtbarkeit zugrunde liegt: dann sowohl die Kosten für den Spendersamen als auch für die Behandlung, als außergewöhnliche Belastung abzüglich der zumutbaren Belastung. Das hat der Bundesfinanzhof 2017 für eine Frau in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft entschieden (VI R 47/15), für Ehepaare galt das schon vorher. Für alleinstehende Frauen gibt es bisher nur ein Urteil des Finanzgerichts Münster (2020). Absetzbar sind auch Fahrt- und Übernachtungskosten.
Was kostet eine private Samenspende?
Bei einer privaten Spende fällt keine Samenbank-Rechnung an. Dafür fehlen die vorgeschriebenen Infektionstests und die Quarantäne, der Spender ist nicht vor der Vaterschaft geschützt, und es gibt keinen Eintrag im Samenspenderregister. Daraus können Unterhaltsansprüche und Rechtsstreitigkeiten entstehen. Die Krankenkasse zahlt nichts. Mehr dazu im Ratgeber Private Samenspende.
Ist eine Samenspende im Ausland günstiger?
Nicht automatisch. Dänische Samenbanken liefern auch an deutsche und österreichische Kliniken, für ID-Release-Spender nennen sie zum Beispiel 995 bis 1.150 Euro je Halm (European Sperm Bank) oder 450 bis 1.980 Euro je Einheit (Born), jeweils zuzüglich MwSt. Behandelst du dich im Ausland, kommen Reise- und Übernachtungskosten dazu. Steuerlich erkennt der Bundesfinanzhof eine Auslandsbehandlung an, wenn sie zumindest in einem Bundesland zulässig wäre. Für Frauenpaare aus der Schweiz gilt: Nach einer Samenspende im Ausland ist eine Stiefkindadoption nötig.
Quellen
Preislisten der Samenbanken (abgerufen am 04.10.2026)
- Kinderwunsch: Preise und Ablauf, Berliner Samenbank, Preisblatt in Kraft seit 24.11.2023
- Fertio Group übernimmt die Berliner Samenbank, Pressemitteilung der European Sperm Bank, presseportal.de, 19.03.2026
- Ablauf und Kosten, SEJ Samenbank Berlin, abgerufen 04.10.2026
- FAQ: Warum drei Straws für eine Insemination, SEJ Samenbank Berlin, abgerufen 04.10.2026
- Kosten einer Behandlung, Erlanger Samenbank, abgerufen 04.10.2026
- Ablauf einer Behandlung, Erlanger Samenbank, abgerufen 04.10.2026
- Wunschkind aus dem Ausland, Erlanger Samenbank, 2026, abgerufen 04.10.2026
- Preisliste Auslagerung 2026, Cryobank München, Stand 2026
- Samenspenderauswahl, Cryobank München, abgerufen 04.10.2026
- Kosten, Sperm Bank Germany, Preise ab 01.04.2026
- Kosten, Cryostore Deutschland, gültig ab 01.10.2022
- Samenspender finden, 77 35 Kryobank, abgerufen 04.10.2026
- Samenbanken im Arbeitskreis für donogene Insemination, AKDI, abgerufen 04.10.2026
- Preise für Spendersamen, European Sperm Bank, abgerufen 04.10.2026
- Donor sperm prices, European Sperm Bank, abgerufen 04.10.2026
- Preise, Born Donor Bank, abgerufen 04.10.2026
- Preise und Bezahlung, Cryos International, abgerufen 04.10.2026
Behandlungskosten und Ergebnisse
- Samenspende, familienplanung.de / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 07.01.2026
- In-vitro-Fertilisation, familienplanung.de / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 07.01.2026
- ICSI, familienplanung.de / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 07.01.2026
- Kosten der Kinderwunschbehandlung, kinderwunschaerztin.de (Kinderwunschpraxis München), 2026
- Voraussetzungen und Kosten der Therapie, vitro-med Kinderwunschzentrum, 2026
- D·I·R Jahrbuch 2024, Deutsches IVF-Register, 2025
Recht und Krankenkasse in Deutschland
- § 27a SGB V: Künstliche Befruchtung, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- Kinderwunschbehandlung: Was ist erlaubt und wer trägt die Kosten?, familienplanung.de / Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Stand 07.01.2026
- Samenspenderregistergesetz (SaRegG), Bundesministerium der Justiz, zuletzt geändert 12.05.2026
- Samenspenderregister, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), abgerufen 04.10.2026
- FAQ Samenspenderregister, BfArM, abgerufen 04.10.2026
- TPG-Gewebeverordnung, Anlage 4, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- Arbeitskreis für donogene Insemination: Empfehlung zur Zahl der Familien pro Spender, AKDI, abgerufen 04.10.2026
- Taupitz J: Donogene Insemination, Hessisches Ärzteblatt 09/2021, Landesärztekammer Hessen
- Abstammungsrecht, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, abgerufen 04.10.2026
- § 1752 BGB: Beschluss des Familiengerichts, Antrag, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- § 1600d BGB: Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- § 1614 BGB: Verzicht auf den Unterhaltsanspruch, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- Gesetzentwurf zur Regelung des Rechts auf Kenntnis der Abstammung, BT-Drs. 18/11291, S. 35, Deutscher Bundestag, 2017
- BGH, Urteil vom 15.05.2013, XII ZR 49/11, Pressemitteilung 89/2013, Bundesgerichtshof
Förderung und Steuer
- Finanzielle Unterstützung, Informationsportal Kinderwunsch des BMBFSFJ, 2026
- Förder-Check: Förderung in den Bundesländern, Informationsportal Kinderwunsch des BMBFSFJ, 2026
- FAQ Kinderwunschbehandlung, Landesamt für Soziales Saarland, abgerufen 04.10.2026
- Fördervoraussetzungen Kinderwunsch, Thüringer Stiftung HandinHand, abgerufen 04.10.2026
- Sozialministerium stellt finanzielle Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen bereit, TMASGFF Thüringen, 2026
- Richtlinie zur Förderung der assistierten Reproduktion vom 21.05.2025, TMASGFF Thüringen
- Förderung von Kinderwunschbehandlungen, Service-Portal Berlin, Hinweis vom 06.02.2026
- § 33 EStG: Außergewöhnliche Belastungen, Bundesministerium der Justiz, Stand 2026
- BFH, Urteil vom 05.10.2017, VI R 47/15: Kinderwunschbehandlung mit Spendersamen, Bundesfinanzhof, 2017
- Künstliche Befruchtung einer alleinstehenden Frau, Finanzgericht Münster, Pressemitteilung 2020
Österreich
- Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG), Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Fassung vom 04.10.2026
- § 148 ABGB, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Stand 2026
- IVF-Fonds-Gesetz, Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS), Fassung vom 04.10.2026
- Wir möchten ein Baby: Informationen zum IVF-Fonds, Sozialministerium Österreich, Stand 25.07.2025
- IVF-Fonds wird ausgebaut, news.at (APA), 18.07.2026
- Kosten IVF, ICSI und Kinderwunschbehandlung, Next Fertility IVF Prof. Zech Bregenz, gültig ab 01.04.2025
- Samen- oder Eizellspende, Kinderwunschzentrum an der Wien, abgerufen 04.10.2026
- Information zur Samenspende, Version 09, Kinderwunschzentrum an der Wien, in Kraft ab 20.10.2022
- Parlamentskorrespondenz Nr. 917 vom 17.10.2025, Parlament Österreich
Schweiz
- Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG), Fedlex Schweiz, Stand 01.08.2025
- FAQ Ehe für alle, Bundesamt für Justiz, abgerufen 04.10.2026
- Bundesrat beschliesst Eckwerte für die Zulassung der Eizellenspende, Bundesamt für Gesundheit (BAG), 30.01.2025
- Stellungnahme Nr. 32/2019 zur Samenspende, Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin (NEK), 2019
- KLV Anhang 1: Leistungen der Grundversicherung, Bundesamt für Gesundheit (BAG), 2026
- Kosten, OVA IVF Clinic Zurich, abgerufen 04.10.2026
- Samenspende, fertisuisse Olten, abgerufen 04.10.2026
- Coûts, Unité de médecine de la fertilité, CHUV Lausanne, abgerufen 04.10.2026
- Tarifblatt ODL_I-ENDO-046, Centro cantonale di fertilità, EOC Locarno, ohne Datum
- Behandlungskosten Kinderwunsch, Universitätsspital Zürich (USZ), abgerufen 04.10.2026