Jeden Monat Hoffnung, dann wieder die Periode. Irgendwann kreist alles um eine Frage: Warum werde ich nicht schwanger? Du bist damit nicht allein. Etwa jede sechste Person ist im Lauf ihres Lebens einmal von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen (Cox 2022).
Dieser Ratgeber erklärt, wann man von unerfülltem Kinderwunsch spricht, wann du zur Abklärung solltest und welche Ursachen es bei Frau und Mann gibt. Grundlage sind die Leitlinien von DGGG, OEGGG und SGGG (2026, hier „DACH-Leitlinie“), WHO (2025), NICE (2026), ESHRE und ASRM. Wo sie sich widersprechen, sagen wir es dir. Ein ärztliches Gespräch ersetzt das nicht.
Wann spricht man von unerfülltem Kinderwunsch?
Von Infertilität spricht man, wenn nach 12 Monaten regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine klinische Schwangerschaft eingetreten ist. So definieren es das internationale ICMART-Glossar (2025), die WHO und die DACH-Leitlinie. Untersuchung und Behandlung dürfen je nach Alter, Vorgeschichte und Befunden auch früher beginnen. Infertilität heißt nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist. Dauerhafte Unfruchtbarkeit heißt Sterilität.
Laut NICE werden über 80 % der Paare in der Allgemeinbevölkerung innerhalb eines Jahres schwanger, wenn die Frau unter 40 ist und regelmäßig ungeschützter Verkehr stattfindet. Von den übrigen wird etwa die Hälfte im zweiten Jahr schwanger.
| Alter der Frau | schwanger nach 1 Jahr | schwanger nach 2 Jahren |
|---|---|---|
| 19 bis 26 Jahre | 92 % | 98 % |
| 27 bis 29 Jahre | 87 % | 95 % |
| 30 bis 34 Jahre | 86 % | 94 % |
| 35 bis 39 Jahre | 82 % | 90 % |
Kumulativer Anteil der Paare mit klinischer Schwangerschaft bei Verkehr zweimal pro Woche. Quelle: NICE NG257, Tabelle 1.
Wie häufig ungewollte Kinderlosigkeit ist, zeigt eine Metaanalyse für die WHO: Die Lebenszeitprävalenz lag weltweit bei 17,5 % (95-%-KI 15,0 bis 20,3), in Europa bei 16,5 %. Der weltweite Wert beruht auf Befragungen von Frauen, bei Männern lag er bei 12,4 % (Cox 2022). Gemeint ist, mindestens einmal 12 Monate trotz Versuch nicht schwanger zu werden. In Deutschland waren 2012/13 von den Befragten der Jahrgänge 1971 bis 1973 und 1981 bis 1983 zum Befragungszeitpunkt 7,5 % der Frauen und 6,5 % der Männer betroffen, also über 12 Monate erfolglos oder nach eigener Einschätzung unfruchtbar (Passet-Wittig 2016).
Wann zur Abklärung?
Die DACH-Leitlinie staffelt nach Alter, weil die Fruchtbarkeit der Frau nach dem 35. Lebensjahr sinkt.
| Situation | Empfehlung | Quelle |
|---|---|---|
| Frau unter 35 | Abklärung nach 12 Monaten | DACH-Leitlinie 2026 (3.1.E1); ASRM 2023 |
| Frau 35 oder älter | Abklärung nach 6 Monaten | ASRM 2023; DACH-Leitlinie: „über 35“ |
| Frau über 40 | ohne Wartezeit, direkt im reproduktionsmedizinischen Zentrum | DACH-Leitlinie (3.1.E1); ASRM 2021: schnellere Abklärung „kann angezeigt sein“ |
| Frau ab 36 (Großbritannien) | Überweisung schon beim ersten Termin | NICE NG257 (1.16.8) |
| unregelmäßiger oder ausbleibender Zyklus | ohne Wartezeit | NICE NG257 (1.16.8); ASRM 2021 |
| bekannte Endometriose, Eileiter- oder Gebärmuttererkrankung, frühere Chemo- oder Strahlentherapie, bekannte Probleme beim Partner | ohne Wartezeit | ASRM 2021 |
Mit genau 35 gehörst du nach ASRM schon in die 6-Monats-Gruppe. Bei PMOS (früher PCOS) mit Zyklen über 38 Tagen spricht die deutsche PCOS-Leitlinie bereits nach 3 bis 6 Monaten ohne Schwangerschaft von Infertilität. Hattest du in der Wartezeit eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft, beginnt die Frist laut NICE nicht von vorn (1.16.7).
Beide Partner sollen gleichzeitig untersucht werden (ASRM 2021; EAU 2026, starke Empfehlung).
Welche Untersuchungen gehören dazu?
Bei der Frau gehören laut DACH-Leitlinie dazu: ein Gespräch mit beiden Partnern, ein Ultraschall durch die Scheide mit Zählung der kleinen Eibläschen (Antralfollikel), Hormonwerte am 2. bis 5. Zyklustag (LH, FSH, TSH, Prolaktin, Gesamttestosteron, DHEAS, SHBG, Östradiol, AMH; Empfehlung 3.7.E32), Progesteron etwa 7 Tage nach dem vermuteten Eisprung und eine Prüfung der Eileiter (3.4.E14).
Beim Mann ist das Spermiogramm zentral. Ein auffälliger Befund wird frühestens nach 11 Wochen wiederholt, ein normaler nicht (WHO 2025).
Nicht jede Leitlinie hält jeden Test für nötig:
| Untersuchung | DACH-Leitlinie 2026 | Andere Leitlinien |
|---|---|---|
| Prolaktin | bei allen | NICE: nur bei Zyklusstörung oder Milchfluss; ASRM: nicht routinemäßig |
| TSH | soll bei allen bestimmt werden | ATA 2026: bei allen; ASRM 2024: nur bei Beschwerden oder unregelmäßigem Zyklus; NICE: nur bei Beschwerden einer Schilddrüsenerkrankung |
| Progesteron | etwa 7 Tage nach dem Eisprung | NICE: allen anbieten; ESHRE 2023: bei regelmäßigem Zyklus nicht routinemäßig |
| AMH | zur Abschätzung der Eizellreserve, nie als einziger Wert | WHO: Reserve am Alter festmachen; NICE: sagt keine spontane Schwangerschaft voraus |
Wie AMH-Werte in Studien nach Alter verteilt sind, zeigt die AMH-Wert-Tabelle.
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Heimtest, Frauenarzt oder Kinderwunschzentrum: was ein Fruchtbarkeitstest für Frauen aussagt und was er kostet. Mit Kassenregeln für DE, AT und CH.
Was zahlt die Krankenkasse?
In Deutschland zahlen die gesetzlichen Kassen die Untersuchungen zur Ursache vollständig (familienplanung.de, Stand 07.01.2026; § 27 SGB V). Ausnahmen gibt es beim AMH ohne medizinischen Anlass und laut Praxisangaben bei der HyCoSy, Details im Fruchtbarkeitstest-Ratgeber. Auch eine alleinige hormonelle Stimulation ist normale Krankenbehandlung (Richtlinie über künstliche Befruchtung, Nr. 1). Einschränkungen gelten erst für die künstliche Befruchtung: 50 % Zuschuss nach § 27a SGB V nur für Verheiratete mit eigenen Ei- und Samenzellen, beide mindestens 25, Frau unter 40, Mann unter 50.
In Österreich trägt der IVF-Fonds 70 % einer IVF oder ICSI, unter anderem wenn eine gesetzliche Indikation vorliegt, die Frau unter 40 und der Mann unter 50 ist. In der Schweiz zahlt die Grundversicherung höchstens drei Inseminationen pro Schwangerschaft, die IVF nicht (KLV Anhang 1). Mehr im Kostenrechner.
Wie verteilen sich die Ursachen?
„Liegt es an mir oder an ihm?“ Das lässt sich selten mit einem Wort beantworten. In einer WHO-Studie mit 8.500 Paaren aus 25 Ländern, erhoben in den 1980er Jahren, lag die Ursache bei 30,6 % nur bei der Frau, bei 18,7 % nur beim Mann und bei 26,3 % bei beiden. Bei 10,8 % fand sich keine Ursache (WHO 2025). Die WHO nennt diese Daten selbst relativ alt.
Das Deutsche IVF-Register zeigt nur Paare in IVF- oder ICSI-Behandlung. Von 62.533 Behandlungen 2024 hatten 37,5 % eine männliche, 24,3 % eine weibliche und 26,2 % eine gemischte Indikation, bei 7,4 % blieb die Ursache ungeklärt (eigene Berechnung). Bei den weiblichen Indikationen sind Mehrfachnennungen möglich, die Werte sind daher Anteile an allen Nennungen:
| Weibliche Indikation | Anteil der Nennungen bei IVF | Anteil der Nennungen bei ICSI |
|---|---|---|
| Eileiter | 15,2 % | 6,2 % |
| Endometriose | 14,9 % | 9,1 % |
| Alter | 10,4 % | 10,1 % |
| gestörter Zyklus | 5,0 % | 5,5 % |
| zu viele männliche Hormone oder PCO | 3,8 % | 3,5 % |
Quelle: Deutsches IVF-Register, Jahrbuch 2024, S. 41; 23.168 Nennungen bei IVF, 53.861 bei ICSI.
Eisprungstörungen und PMOS
Eisprungstörungen finden sich laut ASRM bei etwa 15 % aller Paare mit unerfülltem Kinderwunsch und machen bis zu 40 % der Ursachen bei Frauen aus. Auslöser sind unter anderem PMOS, Adipositas, Gewichtsschwankungen, sehr viel Sport, Schilddrüsenstörungen, erhöhtes Prolaktin und die beginnenden Wechseljahre (ASRM 2021).
Die häufigste Ursache für einen fehlenden Eisprung ist laut WHO PMOS, bisher polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS) genannt. Seit Mai 2026 heißt es international polyendokrines metabolisches Ovarsyndrom: Es geht nicht um krankhafte Zysten, sondern um viele unreife Eibläschen, und Hormone wie Stoffwechsel sind betroffen (Lancet 2026). PMOS betrifft je nach Kriterien 10 bis 13 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter (internationale Leitlinie 2023). In einer schwedischen Langzeitstudie hatten 86,7 % der Frauen mit PCOS, die schwanger werden wollten, mindestens ein Kind, in der Vergleichsgruppe 91,6 % (Hudecova 2009).
Bleibt der Eisprung aus, empfehlen die internationale Leitlinie, die WHO und die deutsche PCOS-Leitlinie Letrozol als erste Wahl, Clomifen oder Gonadotropine erst als zweite (AWMF 089-004). Die DACH-Leitlinie nennt Letrozol oder Clomifen. Letrozol ist in Deutschland nur bei Brustkrebs nach den Wechseljahren zugelassen, die Fachinformation nennt einen Hormonstatus vor den Wechseljahren sogar als Gegenanzeige. Bei Kinderwunsch ist es off-label und setzt eine ärztliche Aufklärung voraus; eine Schwangerschaft muss vorher ausgeschlossen sein. Clomifen ist zur Eisprungauslösung bei Frauen ohne Eisprung zugelassen, für höchstens 6 Zyklen. In einer US-Studie mit 750 Frauen mit PCOS (mittlerer BMI 35) bekamen innerhalb von bis zu fünf Zyklen 27,5 % mit Letrozol und 19,1 % mit Clomifen ein Kind (Legro 2014).
Metformin allein ist weniger wirksam und für PMOS und Kinderwunsch nicht zugelassen (off-label). Bei Übergewicht empfiehlt die deutsche PCOS-Leitlinie vor der Schwangerschaft 5 bis 10 % Gewichtsabnahme. Eine spezielle Diät mit belegtem Vorteil gibt es nicht, für Inositol reicht die Datenlage nicht. Letrozol, Clomifen und Metformin sind verschreibungspflichtig (AMVV Anlage 1).
Schwanger werden mit PCOS: Letrozol, Metformin, IVF
Schwanger werden mit PCOS: Letrozol (off-label) als erste Wahl, Metformin (off-label), Gonadotropine und IVF. Mit Studien, Leitlinien, Kassenregeln DACH.
Erhöhtes Prolaktin
Ein dauerhaft erhöhter Prolaktinwert kann den Eisprung stören (NICE). Ein einzelner erhöhter Wert reicht für die Diagnose nicht: Stress bei der Blutabnahme, manche Psychopharmaka, eine Schilddrüsenunterfunktion oder sogenanntes Makroprolaktin können dahinterstecken. Die DACH-Leitlinie empfiehlt deshalb Kontrollen. Bei nachgewiesener Erhöhung mit Beschwerden soll ein Dopaminagonist eingesetzt werden, erste Wahl ist Cabergolin (3.7.E41; NICE; WHO). Cabergolin ist dafür zugelassen und verschreibungspflichtig (AMVV Anlage 1). Laut Fachinformation wird es vorsichtshalber einen Monat vor der geplanten Empfängnis abgesetzt, wenn der Zyklus wieder regelmäßig ist.
Schilddrüse und Hashimoto
Bei einer subklinischen Unterfunktion ist nur der TSH-Wert erhöht, bei einer manifesten ist zusätzlich das freie T4 erniedrigt. Hashimoto zeigt sich im Labor meist über TPO-Antikörper, oft bei normaler Schilddrüsenfunktion. Solche Antikörper haben etwa 8 bis 11 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch oder früherer Fehlgeburt, ähnlich viele wie andere Frauen im gebärfähigen Alter (ATA 2026). Laut ATA gehen sie mit einem etwas höheren Fehlgeburtsrisiko einher, absolut etwa 2 bis 8 Prozentpunkte. Die ASRM hält die Daten dazu für widersprüchlich.
Eine manifeste Unter- oder Überfunktion soll vor einer Schwangerschaft behandelt werden (DACH-Leitlinie, 3.7.E48). Bei leicht erhöhtem TSH und bei Antikörpern ohne Funktionsstörung gehen die Empfehlungen auseinander:
| Frage | DACH-Leitlinie 2026 | ATA 2026 | ASRM |
|---|---|---|---|
| TSH messen? | bei allen Frauen mit Kinderwunsch-Abklärung | bei allen | nur bei Beschwerden oder unregelmäßigem Zyklus (2024) |
| TPO-Antikörper messen? | erst ab TSH über 4 mU/l | kann bei allen erfolgen (schwache Empfehlung) | kein Screening ohne Beschwerden (2024) |
| Levothyroxin bei subklinischer Unterfunktion? | ab TSH über 4 mU/l: sollte | ab TSH über 10; darunter nach Kontrolle möglich | nicht empfohlen (2024) |
| Levothyroxin bei Antikörpern und normaler Funktion? | kann niedrig dosiert erwogen werden bei TSH über 2,5 bis unter 4 | soll nicht angeboten werden, unabhängig vom TSH (starke Empfehlung, hohe Evidenz) | bei wiederholten Fehlgeburten nicht empfohlen (2026) |
Die ATA-Leitlinie, mitgetragen von ESHRE und der Europäischen Schilddrüsengesellschaft, stützt sich auf große Studien. In der TABLET-Studie erhielten 952 Frauen mit TPO-Antikörpern, normaler Funktion und Fehlgeburt oder unerfülltem Kinderwunsch in der Vorgeschichte 50 µg Levothyroxin oder ein Scheinmedikament. Die Lebendgeburtenrate (Geburt ab der 34. Woche) lag bei 37,4 % und 37,9 % (RR 0,97; 0,83 bis 1,14; Dhillon-Smith 2019). T4LIFE mit 187 Frauen nach mindestens zwei Fehlgeburten und eine IVF-Studie mit 600 Frauen fanden ebenfalls keinen Unterschied bei der Lebendgeburt (50 % vs. 48 % und 31,7 % vs. 32,3 %). Die DACH-Leitlinie schreibt selbst, dass der Schwellenwert von 2,5 mU/l einer wissenschaftlichen Evidenz entbehrt. Ihre „Kann“-Empfehlung ist ein Konsens.
Wer bereits Levothyroxin nimmt, sollte vor der Schwangerschaft einen TSH zwischen 0,5 und 2,5 mU/l haben (ATA 2026). Levothyroxin ist zur Behandlung einer Unterfunktion zugelassen und verschreibungspflichtig (AMVV Anlage 1). Jod musst du bei Hashimoto nicht meiden, vor Jodtabletten solltest du aber ärztlich Rücksprache halten (Gesund ins Leben 2026). Für Selen fehlen Belege (ATA 2026).
Eileiter
Eileiterschäden gibt die DACH-Leitlinie bei bis zu 35 % als Ursache an. Ohne Verdacht auf einen Verschluss empfiehlt sie zuerst einen Kontrastmittel-Ultraschall (HyCoSy). Ist er unauffällig, sind die Eileiter mit großer Sicherheit offen (negativer Vorhersagewert 99,5 %). Bei Verdacht auf Endometriose, nach Infektionen oder einer Eileiterschwangerschaft folgt eine Bauchspiegelung. Die WHO empfiehlt HyCoSy oder die Röntgenmethode HSG, die ESHRE hält beide für vergleichbar.
In der H2Oil-Studie mit 1.119 Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch führte eine HSG mit öligem Kontrastmittel bei 38,8 % zu einer Lebendgeburt aus einer Schwangerschaft der folgenden sechs Monate, mit wässrigem bei 28,1 % (Dreyer 2017). Die ESHRE bevorzugt deshalb bei ungeklärter Kinderlosigkeit ölige Mittel. Einen mit Flüssigkeit gefüllten Eileiter (Hydrosalpinx) empfehlen DACH-Leitlinie und NICE vor einer IVF zu entfernen oder zu verschließen.
Gebärmutter: Myome, Polypen, Septum
In einer Praxis-Studie mit 600 Frauen in Kinderwunsch-Abklärung fand ein Ultraschall mit Kochsalzlösung bei 16,2 % Auffälligkeiten in der Gebärmutterhöhle, meist Polypen (13,0 %) (Tur-Kaspa 2006).
Bei Myomen entscheidet die Lage. In die Höhle ragende (submuköse) Myome senken die Schwangerschaftsrate, ihre Entfernung scheint zu nutzen. Myome an der Außenseite (subserös) beeinflussen die Fruchtbarkeit nicht. Myome in der Muskelwand scheinen die Fruchtbarkeit ebenfalls zu senken, ob ihre Entfernung nützt, ist unklar (Pritts 2009). Die DACH-Leitlinie empfiehlt, submuköse Myome (FIGO-Typ 0 und 1) vor einer Kinderwunschbehandlung per Gebärmutterspiegelung zu entfernen (3.4.E16), ebenso Polypen (3.4.E17). In einer randomisierten Studie mit 215 Frauen vor einer Insemination gab es nach Polypenentfernung 64 Schwangerschaften, ohne Entfernung 29 (RR 2,1; Pérez-Medina 2005).
Ob eine Scheidewand (Septum) operiert werden soll, ist umstritten. In der Studie TRUST mit 80 Frauen mit Septum bekamen innerhalb von 12 Monaten 31 % nach Operation und 35 % ohne Operation ein Kind (Rikken 2021). Die WHO rät bei Kinderwunsch ohne wiederholte Fehlgeburten ab, die DACH-Leitlinie lässt die Operation als Option zu, die ASRM empfiehlt eine gemeinsame Entscheidung (2024).
Endometriose und Adenomyose
Bei Endometriose wächst schleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter. Die WHO schätzt, dass etwa 10 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter und 25 bis 50 % der Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch betroffen sind (WHO 2025). Die deutsche Endometriose-Leitlinie hält eine genaue Schätzung für nicht möglich und zählt Unfruchtbarkeit zu den Leitsymptomen.
Einig sind sich ESHRE, NICE und deutsche Leitlinie: Hormontherapien, die die Endometriose unterdrücken, werden bei aktuellem Kinderwunsch nicht empfohlen (NICE NG73, 1.10.4). Sie hemmen den Eisprung und kosten Zeit. Eine Cochrane-Analyse fand nach einer Operation mit anschließender Hormontherapie zwar etwas höhere Schwangerschaftsraten als nach alleiniger Operation (RR 1,22; 11 Studien). Die Zeit bis zur Schwangerschaft erfassten die Studien aber nicht (Chen 2020; AWMF 015-045). Bei leichter Endometriose kann die Entfernung der Herde per Bauchspiegelung helfen. In einer randomisierten Studie mit 341 Frauen hatten innerhalb von 36 Wochen 30,7 % mit und 17,7 % ohne Entfernung eine Schwangerschaft, die mindestens 20 Wochen bestand (Marcoux 1997). Bei tiefer Endometriose sieht die ESHRE keinen überzeugenden Fruchtbarkeitsvorteil der Operation, die deutsche Leitlinie ist optimistischer. Zysten am Eierstock (Endometriome) sollen vor einer IVF nicht routinemäßig operiert werden, weil das die Eizellreserve senken kann (ESHRE). Nach IVF oder ICSI ist die Lebendgeburtenrate insgesamt ähnlich wie ohne Endometriose (OR 0,94), bei schwerer Endometriose niedriger (Hamdan 2015).
Bei der Adenomyose liegt schleimhautähnliches Gewebe in der Muskelwand der Gebärmutter. Erkannt wird sie zuerst per Ultraschall, die MRT ist der zweite Schritt (AWMF 015-045). Nach IVF oder ICSI war die Lebendgeburtenrate in einer Metaanalyse niedriger (OR 0,59; Cozzolino 2022) und das Fehlgeburtsrisiko etwa doppelt so hoch (RR 2,12; Vercellini 2014). Bei Endometriose und Kinderwunsch sollte auch nach einer Adenomyose gesucht werden (AWMF 015-045).
Endometriose und Kinderwunsch: Chancen, OP oder IVF
Endometriose und Kinderwunsch: Chancen ohne Behandlung, EFI, Operation oder IVF, Endometriom und AMH, Adenomyose und Schwangerschaft nach Leitlinien.
Alter
Das Alter der Frau ist laut ASRM der wichtigste einzelne Faktor für die Fruchtbarkeit. Mit 40 ist sie etwa halb so hoch wie Ende 20 oder Anfang 30 (ASRM 2022). Bei der IVF lag die Geburtenrate pro Embryotransfer im Deutschen IVF-Register mit 30 bis 34 Jahren bei 30,9 %, mit 41 bis 44 Jahren bei 9,3 % (IVF, Daten 2019 bis 2023). AMH sagt eine spontane Schwangerschaft nicht voraus (NICE). Wie sich IVF-Chancen über mehrere Versuche entwickeln, zeigt der IVF-Rechner.
Schwanger mit 40, 42, 45: Chancen je Altersjahr
Chancen, Fehlgeburtsrisiko, IVF-Geburtenraten und Kassenregeln für jedes Altersjahr von 35 bis 45, mit Daten des Deutschen IVF-Registers. Für DE, AT, CH.
Gewicht, Rauchen und Lebensstil
Gewicht: Ab einem BMI von 30 dauert es laut NICE wahrscheinlich länger. Männer mit BMI ab 30 haben ein erhöhtes Risiko für eingeschränkte Fruchtbarkeit. Bei Paaren in Kinderwunschabklärung (Frau mit Eisprung und offenem Eileiter, normales Spermiogramm) sank die Chance auf eine spontane Schwangerschaft oberhalb eines BMI von 29 relativ um etwa 4 % je BMI-Punkt (van der Steeg 2008, 3.029 Paare).
Rauchen: Raucherinnen sind laut älteren Beobachtungsstudien häufiger unfruchtbar (Odds Ratio 1,6), kommen 1 bis 4 Jahre früher in die Wechseljahre und brauchen bei IVF fast doppelt so viele Versuche (ASRM 2024). Laut DACH-Leitlinie sind die Effekte nach Beobachtungsstudien rückbildungsfähig.
Alkohol und Koffein: Zum Zeitpunkt der Empfängnis empfiehlt die DACH-Leitlinie, auf Alkohol zu verzichten. Unter 200 mg Koffein am Tag, etwa zwei Tassen Kaffee, scheinen die Fruchtbarkeit nicht zu beeinträchtigen, mehr als 500 mg senken sie (DACH-Leitlinie 2026; ASRM 2022). NICE findet keinen einheitlichen Zusammenhang.
Folsäure: Für alle mit Kinderwunsch empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben 400 µg Folsäure täglich ab Kinderwunsch bis zum Ende der 12. Schwangerschaftswoche. Wer erst weniger als 4 Wochen vor der Empfängnis beginnt, dem empfiehlt das Netzwerk 800 µg täglich, ebenfalls bis zum Ende der 12. Woche (Gesund ins Leben 2026).
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Ursachen beim Mann
Bei etwa der Hälfte der Paare ist ein männlicher Faktor beteiligt, bei etwa einem Fünftel allein (EAU 2026). Bei 30 % der Männer mit Fruchtbarkeitsstörung bleibt die Ursache unklar. Häufige Befunde sind eine Krampfader am Hoden (Varikozele, 14,8 %), fehlende Spermien im Ejakulat (Azoospermie, 11,2 %) und ein Hormonmangel (10,1 %). Ein Spermiogramm allein trennt nicht sicher zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Männern, betont die EAU. Mehr im Ratgeber Männliche Fruchtbarkeit und zu den Spermiogramm-Werten.
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Ungeklärte Kinderlosigkeit
Manchmal ist alles unauffällig. Bei bis zu drei von zehn Paaren findet die übliche Abklärung keine eindeutige Ursache (ESHRE 2023; familienplanung.de 2026). Das ist zermürbend, aber es gibt Wege.
Die ESHRE (2023) empfiehlt eine Insemination mit hormoneller Stimulation als erste Behandlung, stark empfohlen bei sehr niedriger Evidenz; der Zeitpunkt richtet sich nach Alter und Dauer. Die WHO (2025) rät zuerst zu Abwarten mit Beratung, in Studien 3 bis 6 Monate, dann zur stimulierten Insemination mit Clomifen oder Letrozol, danach zur IVF. NICE empfiehlt, insgesamt 2 Jahre zu versuchen und dann bis zu 4 Inseminationen mit Gonadotropinen oder eine IVF anzubieten. Im Deutschen IVF-Register lag die klinische Schwangerschaftsrate pro Insemination mit Partnersamen 2020 bis 2024 je nach Stimulation zwischen 8,0 % (Clomifen) und 14,5 % (rekombinantes FSH), über alle Indikationen.
Letrozol ist dafür off-label. Clomifen ist laut Fachinformation für Frauen ohne Eisprung zugelassen, bei ungeklärter Kinderlosigkeit ist ein Eisprung aber vorhanden. Von Endometrium-Scratching rät die ESHRE ab, Antioxidantien, Inositol und Akupunktur empfiehlt sie wahrscheinlich nicht. Psychologische Unterstützung sollte angeboten werden.
Gelbkörperschwäche
Gemeint ist eine zweite Zyklushälfte von 10 Tagen oder weniger. Laut ASRM und SREI (2026) gibt es dafür keinen verlässlichen Test und keinen Progesteronwert, der eine normale Gelbkörperphase definiert. Dass die Gelbkörperschwäche eine eigenständige Ursache für Unfruchtbarkeit oder wiederholte Fehlgeburten ist, ist nicht bewiesen.
Zur Progesteronmessung gehen die Leitlinien auseinander. NICE bietet sie allen an, die DACH-Leitlinie sieht sie etwa 7 Tage nach dem Eisprung vor, um den Eisprung zu bestätigen. Die ESHRE (2023) und die deutschsprachige Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten (2026) raten bei regelmäßigem Zyklus von Routinekontrollen ab. Progesteron wird stoßweise ausgeschüttet und kann sich laut ASRM innerhalb von 90 Minuten bis zum Achtfachen ändern.
Für Progesteron im natürlichen Zyklus gibt es keinen Nutzennachweis (ASRM 2026). Nach IVF oder ICSI ist es dagegen Standard (ESHRE 2025, starke Empfehlung). Progesteron ist verschreibungspflichtig. In einer Studie mit 284 Frauen zwischen 30 und 44 Jahren ohne bekannte Fruchtbarkeitsstörung war nach einem Zyklus mit kurzer zweiter Hälfte (dort 11 Tage oder weniger, Eisprungtag mitgezählt) die Chance im nächsten Zyklus etwas geringer. Nach 12 Monaten gab es keinen statistisch bedeutsamen Unterschied (Crawford 2017).
Gelbkörperschwäche: Progesteronmangel bei Kinderwunsch
Gelbkörperschwäche bei Kinderwunsch: was der Gelbkörper macht, was Progesteronwerte zeigen und wann Progesteron laut Leitlinien hilft.
Fehlgeburten und biochemische Schwangerschaft
Manche Paare werden schwanger und verlieren die Schwangerschaft wieder. Das ist schmerzhaft und häufiger, als viele denken: Mindestens 10 bis 15 % der klinisch erkannten Schwangerschaften enden als Fehlgeburt, rund 80 % davon im ersten Schwangerschaftsdrittel (AWMF 015-076). In einer US-Studie mit täglichen Urintests endeten 22 % von 198 Schwangerschaften, bevor sie klinisch erkannt wurden (Wilcox 1988). Eine solche biochemische Schwangerschaft ist nur über das Hormon hCG nachweisbar und endet, bevor sie im Ultraschall zu sehen ist (ICMART 2025).
Das Risiko steigt mit dem Alter. In Norwegen (in Registern erfasste Schwangerschaften 2009 bis 2013) lag es mit 25 bis 29 Jahren bei 9,8 % und mit 40 bis 44 Jahren bei 32,2 %. Nach genau einer vorausgegangenen Fehlgeburt endete die nächste Schwangerschaft in 19,8 % erneut so, bei Frauen ohne frühere Schwangerschaft in 11,6 % (Magnus 2019). Rund vier von fünf Schwangerschaften nach einer Fehlgeburt verliefen also ohne erneute Fehlgeburt.
Eine Wartezeit danach ist laut deutschsprachiger Leitlinie nicht nötig, wenn nichts dagegen spricht (AWMF 015-076). Die WHO nannte 2007 nach einer Fehlgeburt oder einem Abbruch mindestens 6 Monate. Diese Empfehlung beruht auf einer einzigen Studie aus Lateinamerika, die Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüche nicht trennen konnte. Eine Metaanalyse mit 16 Studien fand bei einem Abstand unter 6 Monaten sogar seltener erneute Fehlgeburten als bei längerem Abstand (RR 0,82; Kangatharan 2017). Die Leitlinie zu wiederholten Fehlgeburten empfiehlt eine Abklärung nach drei aufeinanderfolgenden Fehlgeburten, in begründeten Fällen schon nach zwei (AWMF 015-050). ESHRE und ASRM sprechen bereits ab zwei Verlusten von wiederholten Fehlgeburten. In einer dänischen Spezialambulanz bekamen 66,7 % der Frauen mit wiederholten Fehlgeburten innerhalb von 5 Jahren ein Kind (Lund 2012). Bei Schmerzen oder starker Blutung in der Frühschwangerschaft lass dich sofort ärztlich untersuchen, auch wegen einer möglichen Eileiterschwangerschaft (AWMF 015-076).
Biochemische Schwangerschaft: Anzeichen, Ursachen, Chancen
Biochemische Schwangerschaft: Definition, Anzeichen, Häufigkeit natürlich und nach IVF, hCG-Verlauf, Wartezeit und Chancen beim nächsten Versuch.
Schwanger werden nach Fehlgeburt: Wartezeit und hCG
Wann du nach einer Fehlgeburt wieder schwanger werden kannst, wie hCG fällt (Tabelle), wie hoch das Risiko ist und was bei mehreren Verlusten belegt ist.
Nächste Schritte
Du musst das nicht allein sortieren. So kannst du vorgehen:
- Zeitpunkt prüfen: Die Tabelle oben zeigt, wann eine Abklärung empfohlen wird. Geht beide gemeinsam hin.
- Zentrum finden: Im Verzeichnis der Kinderwunschkliniken vergleichst du Zentren. Unser Kinderwunsch-Berater schlägt dir nach wenigen Fragen passende Kliniken vor.
- Kosten klären: Was die Kasse bei einer Behandlung übernimmt, steht unter Kostenübernahme und im Ratgeber Kinderwunsch-Kosten.
- Auf dich achten: Seelische Belastung ist laut DACH-Leitlinie ein häufiger Grund für Behandlungsabbrüche. Hol dir Unterstützung, wenn es zu viel wird.
Die Behandlungswege erklärt der Ratgeber Künstliche Befruchtung. Werden bei einer IVF Embryonen eingefroren, kann später ein Kryotransfer folgen. Laut Deutschem IVF-Register hatte nach einem Frisch- und zwei Kryotransfers aus einer Eizellentnahme etwa die Hälfte der Paare ein Kind, wenn Embryonen eingefroren und genutzt werden konnten (alle Indikationen).
Kryotransfer und Embryotransfer: Ablauf, Chancen, Kosten
Kryotransfer Tag für Tag: natürlicher oder künstlicher Zyklus, Studienlage 2026, Erfolgsraten nach Alter und was Kasse und IVF-Fonds zahlen.
Häufige Fragen
Warum werde ich nicht schwanger, obwohl alles in Ordnung ist?
Bei bis zu drei von zehn Paaren findet die Abklärung keine eindeutige Ursache (ESHRE 2023). Je nach Alter und Dauer empfehlen Leitlinien dann Abwarten mit Beratung oder eine Insemination mit hormoneller Stimulation (ESHRE 2023, WHO 2025).
Ab wann sollte ich mich untersuchen lassen?
Unter 35 nach 12 Monaten, ab 35 nach 6 Monaten (ASRM 2023). Über 40 ohne Wartezeit direkt im Kinderwunschzentrum (DACH-Leitlinie 2026), bei unregelmäßigem Zyklus oder bekannten Vorerkrankungen ebenfalls ohne Wartezeit (ASRM 2021; NICE 2026).
Liegt es häufiger an der Frau oder am Mann?
In einer WHO-Studie mit 8.500 Paaren aus den 1980er Jahren lag es bei 30,6 % nur an der Frau, bei 18,7 % nur am Mann und bei 26,3 % an beiden (WHO 2025). Bei etwa der Hälfte der Paare ist ein männlicher Faktor beteiligt (EAU 2026).
Was zahlt die Krankenkasse bei unerfülltem Kinderwunsch?
Die Untersuchungen zur Ursache zahlen die gesetzlichen Kassen in Deutschland vollständig (familienplanung.de 2026; § 27 SGB V). Die HyCoSy rechnen laut Praxisangaben manche Zentren privat ab, ein AMH-Test ohne medizinischen Anlass ist Selbstzahlerleistung. Ehe- und Altersgrenzen sowie der Zuschuss von 50 % gelten erst für eine künstliche Befruchtung (§ 27a SGB V).
Kann Hashimoto die Fruchtbarkeit beeinflussen?
TPO-Antikörper gehen mit einem etwas höheren Fehlgeburtsrisiko einher (ATA 2026). Bei normaler Schilddrüsenfunktion verbessert Levothyroxin die Chance auf ein Kind aber nicht (TABLET-Studie: 37,4 % vs. 37,9 % Lebendgeburten). Eine echte Unterfunktion wird vor der Schwangerschaft behandelt (DACH-Leitlinie 2026).
Kann man mit PMOS (früher PCOS) schwanger werden?
Ja. In einer schwedischen Langzeitstudie hatten 86,7 % der Frauen mit PCOS, die schwanger werden wollten, mindestens ein Kind (Hudecova 2009). Bleibt der Eisprung aus, ist Letrozol (off-label) laut internationaler, WHO- und deutscher PCOS-Leitlinie die erste Wahl (AWMF 089-004). Die DACH-Leitlinie 2026 nennt Letrozol oder Clomifen (AWMF 015-085).
Macht Stress unfruchtbar?
Ein klarer Beleg fehlt, die Studien widersprechen sich (DACH-Leitlinie 2026). In einer Metaanalyse mit 3.583 Frauen in Kinderwunschbehandlung hatten Angst oder Niedergeschlagenheit vor der Behandlung keinen Einfluss auf das Ergebnis (Boivin 2011).
Beginnt die Wartezeit nach einer Fehlgeburt von vorn?
Nein. Eine Fehlgeburt oder Eileiterschwangerschaft in der Wartezeit setzt die Frist bis zur Abklärung nicht neu (NICE NG257, 1.16.7). Für einen neuen Versuch ist laut deutschsprachiger Leitlinie keine Wartezeit nötig, wenn nichts dagegen spricht (AWMF 015-076). Die WHO nannte 2007 mindestens 6 Monate, gestützt auf eine einzige Studie. Eine Metaanalyse fand bei kürzerem Abstand sogar seltener erneute Fehlgeburten (Kangatharan 2017).
Quellen
Leitlinien und Stellungnahmen
- AWMF 015-085, Diagnostik und Therapie vor assistierter Reproduktion, DGGG, OEGGG, SGGG, Version 2.0, 2026
- AWMF 015-050, Wiederholte Spontanaborte, Version 2.0, 2026
- AWMF 015-076, Früher Schwangerschaftsverlust, Version 1.2, 2025
- AWMF 015-045, Endometriose, Version 5.1, 2025
- AWMF 089-004, Polyzystisches Ovarsyndrom, Version 1.1, 2025
- WHO-Leitlinie Infertilität, Empfehlungen, Hum Reprod 2026
- ICMART, International Glossary on Infertility and Fertility Care 2025, Hum Reprod 2026
- NICE NG257, Fertility problems, NICE, 31.03.2026
- NICE NG257, Defining infertility and initial assessment, NICE, 2026
- NICE NG73, Endometriosis, Recommendations, NICE, 2024
- WHO, Report of a technical consultation on birth spacing, 2007
- Fertility evaluation of infertile women, ASRM, 2021
- Definition of infertility, ASRM, 2023
- Optimizing natural fertility, ASRM, 2022
- Subclinical hypothyroidism in the infertile female population, ASRM, 2024
- Tobacco or marijuana use and infertility, ASRM, 2024
- Uterine septum, a guideline, ASRM, 2024
- Diagnosis and treatment of luteal phase deficiency, ASRM und SREI, 2026
- Recurrent pregnancy loss, ASRM, 2026
- ATA 2026 Guidelines, Thyroid Disease in Preconception and Pregnancy, Thyroid 2026
- ESHRE-Leitlinie Unexplained infertility, Hum Reprod 2023
- ESHRE-Leitlinie Endometriosis, Hum Reprod Open 2022
- ESHRE-Leitlinie Ovarian Stimulation 2025, Hum Reprod 2026
- ESHRE-Leitlinie Recurrent pregnancy loss 2022, Hum Reprod Open 2023
- Internationale PCOS-Leitlinie 2023, Teede HJ et al., Hum Reprod 2023
- Neuer Name PMOS für PCOS, Teede HJ et al., Lancet 2026
- EAU Guidelines Male Infertility, European Association of Urology, 2026
- Fact sheet Polycystic ovary syndrome, WHO, 2026
- Fact sheet Endometriosis, WHO, 2025
- Jod vor und in der Schwangerschaft, Netzwerk Gesund ins Leben, 2026
- Folsäure vor und in der Schwangerschaft, Netzwerk Gesund ins Leben, 2026
Studien und Register
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- Passet-Wittig J et al., Prävalenz von Infertilität in Deutschland, J Reproduktionsmed Endokrinol 2016
- Hudecova M et al., Long-term reproductive outcome in PCOS, Hum Reprod 2009
- Legro RS et al., Letrozole versus clomiphene in PCOS, NEJM 2014
- Dhillon-Smith RK et al., TABLET-Studie, NEJM 2019
- van Dijk MM et al., T4LIFE-Studie, Lancet Diabetes Endocrinol 2022
- Wang H et al., Levothyroxin bei TPO-Antikörpern und IVF, JAMA 2017
- Dreyer K et al., H2Oil-Studie, NEJM 2017
- Tur-Kaspa I et al., Sonohysterografie bei Infertilität, Fertil Steril 2006
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- Marcoux S et al., Laparoskopie bei leichter Endometriose, NEJM 1997
- Chen I et al., Hormonelle Suppression bei Endometriose-Operation, Cochrane 2020
- Hamdan M et al., Endometriose und ART, Obstet Gynecol 2015
- Cozzolino M et al., Adenomyose und IVF, Metaanalyse 2022
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Recht, Versorgung und Arzneimittel
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- Untersuchungen bei der Frau, familienplanung.de, 2026
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- Richtlinie über künstliche Befruchtung, G-BA
- IVF-Fonds-Gesetz, RIS Österreich
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- Arzneimittelverschreibungsverordnung, Anlage 1, abgerufen 04.10.2026