Teil unseres Ratgebers: Kinderwunsch Kosten

Ein Zyklus Social Freezing kostet in Deutschland je nach Klinik und Leistungsumfang rund 2.000 bis 6.000 Euro, Medikamente und Narkose eingerechnet. Die meisten Kliniken nennen Beträge zwischen 2.500 und 4.500 Euro, teils ohne Medikamente und Narkose. Dazu kommt die Lagerung: Bei den hier ausgewerteten Preislisten kostet sie 270 bis rund 600 Euro pro Jahr, meist 350 bis 400 Euro. In der Schweiz rechnest du mit 4.000 bis gut 8.000 Franken pro Zyklus, Medikamente eingerechnet. In Österreich ist Social Freezing ohne medizinischen Grund bis zum 31. März 2027 verboten.

Alle Zahlen auf dieser Seite stammen aus veröffentlichten Preislisten von Kliniken, aus Gesetzen und aus Registerdaten. Die Quellen mit Stand findest du am Ende. Kliniken in Deutschland rechnen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab und nennen deshalb meist Richtwerte statt Festpreise.

Kosten-Spannen je Land

Deutschland Schweiz Österreich
Behandlungszyklus (Stimulation, Ultraschall, Punktion, Einfrieren) ca. 1.400–5.000 € ohne Medikamente ca. 3.000–6.200 CHF ohne Medikamente Social Freezing bis 31.03.2027 verboten
Medikamente pro Zyklus ca. 550–1.000 € laut Preislisten, im Einzelfall mehr ca. 1.000–2.500 CHF keine belastbaren Angaben
Komplett pro Zyklus (inkl. Medikamente und Narkose) rund 2.000–6.000 € rund 4.000–8.200 CHF keine belastbaren Angaben
Lagerung pro Jahr ca. 270–600 € ca. 360–400 CHF keine belastbaren Angaben
Spätere Nutzung (Auftauen, Befruchtung, Transfer) Befruchtung ca. 2.500 € (Angabe einer Klinik) ca. 2.000–3.000 CHF entfällt
Krankenkasse bei Social Freezing zahlt nicht zahlt nicht entfällt

Die Spannen ergeben sich aus den Preislisten in den beiden Tabellen unten. Was im Zyklus-Preis steckt, ist von Klinik zu Klinik verschieden: Manche rechnen Narkose, Medikamente oder das erste Lagerjahr mit ein, andere weisen sie getrennt aus. Vergleiche deshalb immer den Komplettpreis.

Nennt eine Klinik Preise zuzüglich Mehrwertsteuer, haben wir für die Spannen die gesetzlichen 19 Prozent aufgeschlagen: Aus 4.000 Euro in Hamburg-Altona werden so rund 4.760 Euro, aus 500 Euro Lagerung rund 595 Euro. Die Obergrenze beim Komplettpreis ergibt sich vor allem aus München (Dr. Mann): Dort kommen zu 3.000 bis 3.500 Euro für die Eizellgewinnung noch Zyklusmonitoring, Anästhesie, externes Labor und Medikamente dazu.

Für Österreich nennen wir bewusst keine Preise. Social Freezing ohne medizinische Indikation ist dort verboten, der Verfassungsgerichtshof hat das Verbot zwar aufgehoben, die Aufhebung wirkt aber erst mit Ablauf des 31. März 2027. Für den medizinischen Fertilitätserhalt, etwa vor einer Chemotherapie, haben wir keine aktuellen, öffentlich zitierbaren Preislisten gefunden. Kläre die Kosten in diesem Fall direkt mit der Klinik und deiner Krankenkasse.

Preislisten in Deutschland

Klinik Preis pro Zyklus laut Klinik Enthalten / zusätzlich Lagerung pro Jahr
Kinderwunschzentrum Ludwigsburg ca. 1.970–2.520 € (Summe der Einzelposten) Stimulation und Entnahme 500–600 €, Beratung, Ultraschall und Blut ca. 200 €, Kryokonservierung ca. 482 €, Anästhesie ca. 240 €, Medikamente ca. 550–1.000 € ca. 270 € (135 € pro Halbjahr)
UKSH Kinderwunschzentrum Lübeck ca. 1.500 € für bis zu 4 Eizellen, je 4 weitere ca. 200 € zzgl. Medikamente ca. 650–1.000 € und Narkose ca. 280 € rund 350 € (Gewebebank)
Kinderwunschzentrum Augsburg ca. 2.220 € Beratung, Ultraschall, Blut, Stimulationsbehandlung, Entnahme, Kryokonservierung; zzgl. Medikamente und Anästhesie ca. 364 € (182 € pro Halbjahr)
Kinderwunschzentrum Bonner Bogen (Köln/Bonn) ca. 2.900 € inkl. MwSt. Ultraschall, Entnahme, Vitrifikation und erstes Lagerjahr; zzgl. Medikamente und Anästhesie 360 € zzgl. MwSt. ab dem 2. Jahr
Kinderwunschzentrum Altonaer Straße (Hamburg) 2.500–4.000 € zzgl. MwSt. Stimulation, Entnahme unter Narkose, Einfrieren für etwa ein Jahr rund 500 € zzgl. MwSt.
next fertility Ulm ca. 2.500–4.000 € Stimulation, Entnahme, Einfrieren ca. 400 €
amedes fertility ca. 4.000 € inkl. Medikamente und Einfrieren ca. 400 €
Kinderwunschpraxis Dr. Mann (München) ca. 3.000–3.500 € inkl. USt. Eizellgewinnung; zzgl. Anästhesie, externes Labor, Medikamente, Erstgespräch (ca. 550 €) und Zyklusmonitoring (ca. 200 € pro Termin, meist 2 bis 5 Termine) 380 €
Kinderwunsch Valentinshof (Hamburg) ca. 4.500–5.000 € inkl. Untersuchungen, Stimulation, Entnahme, Narkose und Medikamente keine Angabe

Die Medikamente sind die größte Variable. Ludwigsburg und Lübeck nennen 550 bis 1.000 Euro, das Kinderwunschzentrum Kassel gab 2024 für einen Fall 1.600 Euro an. Wie hoch die Dosis ausfällt, hängt von deiner Eizellreserve und deinem Ansprechen auf die Hormone ab.

Preislisten in der Schweiz

Klinik Preis pro Zyklus laut Klinik Medikamente Lagerung pro Jahr
Inselspital Bern (Universitätsklinik für Frauenheilkunde) ca. 3.000–4.000 CHF rund 1.000 CHF 396 CHF
Kinderwunschzentrum Admira (Winterthur) 4.000–5.000 CHF Fixkosten 1.000–2.500 CHF 360 CHF
Universitätsspital Zürich (USZ) 4.500–5.500 CHF plus 700 CHF für Einfrieren und Aufbewahren 1.000–2.000 CHF 400 CHF
YUNA Ostschweizer Kinderwunschzentrum (St. Gallen) ca. 4.000–6.000 CHF keine getrennte Angabe Gebühr fällt an, Betrag nicht genannt

In der Schweiz dürfen Keimzellen laut Fortpflanzungsmedizingesetz höchstens fünf Jahre gelagert werden, auf Antrag weitere fünf Jahre.

Beispielrechnung: zwei Zyklen und fünf Jahre Lagerung

Die folgende Rechnung ist ein Beispiel, keine Preisauskunft. Sie nutzt typische Spannen aus den Preislisten oben, für Deutschland 2.500 bis 4.500 Euro pro Zyklus. Deine Klinik kann darüber oder darunter liegen.

Deutschland

Posten Rechenweg Summe
2 Behandlungszyklen inkl. Medikamente und Narkose 2 × 2.500–4.500 € 5.000–9.000 €
5 Jahre Lagerung 5 × 270–600 € 1.350–3.000 €
Einfrieren und Lagern 6.350–12.000 €
Spätere Befruchtung der aufgetauten Eizellen ca. 2.500 € (Angabe Kinderwunschzentrum Kassel) 2.500 €
Gesamt mit einer späteren Nutzung 8.850–14.500 €

Ist das erste Lagerjahr im Zyklus-Preis enthalten, wie beim Kinderwunschzentrum Bonner Bogen oder in Hamburg-Altona, sinkt die Summe um eine Jahresgebühr.

Schweiz

Posten Rechenweg Summe
2 Behandlungszyklen inkl. Medikamente 2 × 4.000–8.200 CHF 8.000–16.400 CHF
5 Jahre Lagerung 5 × 360–400 CHF 1.800–2.000 CHF
Einfrieren und Lagern 9.800–18.400 CHF
Spätere Nutzung (Auftauen, Befruchtung, Transfer) 2.000–3.000 CHF (USZ) 2.000–3.000 CHF
Gesamt mit einer späteren Nutzung 11.800–21.400 CHF

Voruntersuchungen: Was kommt vor der Behandlung?

Vor der Stimulation stehen Beratung und Diagnostik an. Bei manchen Kliniken sind sie im Zyklus-Preis enthalten, etwa in Augsburg und Ludwigsburg. Andere rechnen sie getrennt ab:

Leistung Kosten Quelle
Erstgespräch mit Ultraschall und Basis-Hormonuntersuchung ca. 550 € Kinderwunschpraxis Dr. Mann, München
Zyklusmonitoring ca. 200 € pro Termin, meist 2 bis 5 Termine Kinderwunschpraxis Dr. Mann, München
AMH-Test als Selbstzahlerleistung ca. 50 € Praxis für Fertilität, Berlin

Der AMH-Wert gibt einen Hinweis auf deine Eizellreserve und damit darauf, wie viele Eizellen pro Zyklus zu erwarten sind. Frag vorher, ob die Klinik Beratung und Ultraschall in den Zyklus-Preis einrechnet.

Wie viele Zyklen brauchst du?

Das hängt vom Alter und der gewünschten Eizellzahl ab. Wie viele Eizellen für eine realistische Chance auf ein Kind nötig sind, steigt mit dem Alter: Bei Frauen bis 35 nimmt die Chance bis etwa 10 bis 15 reife Eizellen deutlich zu (Cobo et al., 2016). Mit 38 Jahren sind nach Einschätzung der amerikanischen Fachgesellschaft ASRM etwa 25 bis 30 eingefrorene Eizellen nötig, um eine vernünftige Chance auf ein Kind zu haben. Im Deutschen IVF-Register wurden beim Social Freezing 2024 im Schnitt 11,2 Eizellen pro Punktion gewonnen, davon wurden rund 76 Prozent eingefroren. Das sind etwa 8,5 eingefrorene Eizellen pro Punktion.

Alter bei Entnahme Richtwert eingefrorene Eizellen Zyklen rechnerisch* Behandlungskosten bei 2.500–4.500 € pro Zyklus
bis 35 10–15 1–2 2.500–9.000 €
38 25–30 3–4 7.500–18.000 €

*Gerechnet mit dem Registerdurchschnitt von etwa 8,5 eingefrorenen Eizellen pro Punktion. Der Wert gilt für alle Altersgruppen zusammen (Durchschnittsalter 35,3 Jahre), im Einzelfall kann die Zahl deutlich abweichen.

Bis 35 sind es rechnerisch ein bis zwei Zyklen, mit 38 drei bis vier. Das ist eine Überschlagsrechnung, keine Prognose: Wie viele Eizellen du pro Punktion gewinnst, hängt von deiner Eizellreserve ab. Dazu kommt jeweils die Lagerung. Das macht den Zeitpunkt so entscheidend.

Rechnungen und Kalkulation für Social Freezing auf Schreibtisch

Lagerungskosten über die Jahre

Die jährliche Lagergebühr wirkt überschaubar, summiert sich aber. Wer mit 32 einfriert und die Eizellen mit 40 nutzt, zahlt acht Jahre Lagerung: Bei 270 bis 600 Euro pro Jahr sind das 2.160 bis 4.800 Euro. Deutlich darüber lag eine Angabe des Kinderwunschzentrums Kassel in einem Zeitungsbericht von 2024: rund 90 Euro pro Monat.

Frag nach, ob die Lagergebühr steigt, wenn du in mehreren Zyklen einfrierst. Das Kinderwunschzentrum Bonner Bogen etwa gibt an, dass sich die Kosten bei Folgezyklen nicht erhöhen. Manche Kliniken lagern selbst, andere geben die Eizellen an eine Gewebebank oder Kryobank ab und rechnen über diese ab, so etwa Lübeck, Augsburg und München.

Was zahlt die Krankenkasse?

Deutschland: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen Social Freezing nicht, private Versicherungen in aller Regel auch nicht (maßgeblich ist der Tarif). Die Ausnahme ist der medizinische Fertilitätserhalt: Muss eine Erkrankung mit einer keimzellschädigenden Therapie behandelt werden, etwa mit einer Chemotherapie, besteht nach § 27a Abs. 4 SGB V ein Anspruch auf die Kryokonservierung. Die Leistung können Praxen seit dem 1. Juli 2021 mit der Kasse abrechnen. Die Kasse zahlt dann Entnahme, Einfrieren und Lagerung, bei Frauen bis zum 40. Geburtstag, bei Männern bis zum 50. Geburtstag.

Schweiz: Die Grundversicherung zahlt kein Social Freezing. Seit Juli 2019 übernimmt sie Maßnahmen zum Fertilitätserhalt, wenn eine Krebstherapie ein mittleres oder hohes Risiko (über 20 Prozent) für ein dauerhaftes Ausbleiben der Regelblutung mit sich bringt. Inzwischen gilt das auch für bestimmte andere Therapien, etwa eine Stammzelltransplantation. Der Anspruch besteht bis zum 40. Geburtstag, die Lagerung zahlt die Versicherung höchstens fünf Jahre, bei fortbestehender Funktionsstörung der Eierstöcke weitere fünf Jahre.

Österreich: Social Freezing ohne medizinische Indikation ist bis zum 31. März 2027 nicht zulässig. Ob und in welchem Umfang die Krankenkasse beim medizinischen Fertilitätserhalt zahlt, klärst du am besten vorab mit deiner Kasse.

Empfangsbereich und Wartebereich einer Kinderwunschklinik

Arbeitgeber-Zuschüsse

In den USA bieten vor allem große Tech-Firmen Egg Freezing als Benefit an. In Deutschland ist das bisher seltener, einzelne Unternehmen zahlen aber Zuschüsse. Frag bei deiner HR-Abteilung nach. Viele wissen selbst nicht, ob es solche Programme gibt.

Finanzierungsmöglichkeiten

Nicht jede kann mehrere Tausend Euro auf einmal zahlen. Diese Optionen gibt es:

Ratenzahlung: Manche Kliniken bieten eine Finanzierung an, das Kinderwunschzentrum Bonner Bogen etwa sowohl für die Behandlung als auch für die Lagerung. Frag nach den Konditionen.

Medizinkredit: Spezialisierte Anbieter vergeben Kredite für Gesundheitskosten. Vergleiche die Zinsen genau.

Arbeitgeber-Programme: Einige Unternehmen übernehmen die Kosten als Teil der Benefits (siehe oben).

Medikamentenkosten klären: Frag, ob die Medikamente über die Klinik abgerechnet oder per Rezept in der Apotheke gekauft werden, und vergleiche die Gesamtkosten.

Kosten der späteren Nutzung

Was viele nicht auf dem Zettel haben: Wenn du die Eizellen irgendwann verwendest, müssen sie aufgetaut und per ICSI befruchtet werden, danach folgen Embryokultur und Transfer.

Befruchtung und Transfer: Nur wenige deutsche Kliniken veröffentlichen dafür Preise. Das Kinderwunschzentrum Kassel nannte 2024 rund 2.500 Euro für die Befruchtung. Am Universitätsspital Zürich kosten Auftauen, Befruchtung und die Rückgabe eines Embryos 2.000 bis 3.000 Franken.

Weitere Transfers: Nicht jeder Transfer klappt beim ersten Mal. Werden überzählige befruchtete Eizellen eingefroren, kostet ein späterer Auftauzyklus mit Transfer am UKSH Lübeck als Selbstzahlerleistung ca. 834 Euro für die ärztlichen Leistungen, Medikamente kommen gegebenenfalls dazu.

Was das insgesamt bedeutet, zeigt die Beispielrechnung oben.

Spartipps

  1. Früh einfrieren: Bis 35 sind rechnerisch ein bis zwei Zyklen nötig, mit 38 drei bis vier. Jeder zusätzliche Zyklus kostet noch einmal den vollen Preis.
  2. Klinikvergleich: Zwischen den ausgewerteten Preislisten liegen pro Zyklus bis zu rund 3.000 Euro. Vergleiche Komplettpreise inklusive Medikamenten, Narkose und Lagerung. Vergleiche Social-Freezing-Anbieter auf Fertilio.
  3. Lagerung mitrechnen: Frag nach der Jahresgebühr, nach Mehrjahrespaketen und danach, ob das erste Jahr im Zyklus-Preis enthalten ist.
  4. Nicht auf Österreich setzen: Dort ist Social Freezing ohne medizinische Indikation bis zum 31. März 2027 verboten. Ab 1. April 2027 fällt das Verbot weg, wie die neuen Regeln genau aussehen, ist noch offen.
  5. Arbeitgeber fragen: Der schlimmste Fall ist ein Nein.

Checkliste vor Vertragsabschluss

Bevor du unterschreibst, kläre diese Punkte:

  • Gesamtkosten inklusive aller Nebenkosten schriftlich bestätigen lassen
  • Lagerungskosten für 10–15 Jahre hochrechnen
  • Erfolgsraten der Klinik erfragen (Überlebensrate nach Auftauen)
  • Nachbehandlungskosten bei späterer Verwendung klären
  • Kündigungsmöglichkeiten bei der Lagerung prüfen
  • Versicherungsschutz gegen Geräteausfall abklären

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse Social Freezing?

Gesetzliche Kassen nicht, private in aller Regel auch nicht. Einzige Ausnahme: Eine Erkrankung muss mit einer keimzellschädigenden Therapie behandelt werden, etwa einer Chemotherapie bei Krebs oder bestimmten Medikamenten bei Autoimmunerkrankungen. Dann heißt es Fertility Preservation, und die gesetzliche Kasse zahlt seit Juli 2021 Entnahme, Einfrieren und Lagerung, bei Frauen bis zum 40. Geburtstag.

Was kostet Social Freezing insgesamt bis zur Schwangerschaft?

In unserer Beispielrechnung für Deutschland mit zwei Zyklen, fünf Jahren Lagerung und einer späteren Befruchtung kommen 8.850 bis 14.500 Euro zusammen. Brauchst du mehr Zyklen, mehr Lagerjahre oder mehrere Transfers, wird es entsprechend mehr. Mehr zu den Kosten der Befruchtung findest du in unserem Beitrag zu den IVF-Kosten.

Lohnt sich Social Freezing mit 38 noch finanziell?

Die Kosten steigen, die Erfolgsraten sinken. Mit 38 sind für eine realistische Chance auf ein Kind etwa 25 bis 30 Eizellen nötig. Beim Registerdurchschnitt von etwa 8,5 eingefrorenen Eizellen pro Punktion sind das rechnerisch drei bis vier Zyklen, bei 2.500 bis 4.500 Euro pro Zyklus also 7.500 bis 18.000 Euro, ohne Lagerung. Und die Chance pro aufgetauter Eizelle ist niedriger als bei jüngeren Eizellen. Trotzdem: Wenn du jetzt keinen Partner hast und dir ein eigenes Kind wünschst, kann es die beste Option sein. Mehr zum Thema Kinderwunsch über 35.

Kann ich Social Freezing steuerlich absetzen?

In der Regel nicht. Als außergewöhnliche Belastung zählen nur Krankheitskosten (§ 33 EStG), und Social Freezing ohne medizinischen Grund ist keine Krankheitsbehandlung. Medizinisch notwendiges Einfrieren kann dagegen absetzbar sein, soweit du die Kosten selbst trägst und sie deine zumutbare Belastung übersteigen. Frag deinen Steuerberater.

Was kostet die Lagerung, wenn ich die Eizellen 10 Jahre aufbewahre?

Bei 270 bis 600 Euro pro Jahr sind das in Deutschland 2.700 bis 6.000 Euro über 10 Jahre. In der Schweiz ist die Lagerung gesetzlich auf fünf Jahre begrenzt, auf Antrag sind weitere fünf möglich. Achte auf die Vertragsbedingungen: Was passiert bei Klinikwechsel oder Klinikschließung?

Fazit

Social Freezing ist vor allem eine Frage des Alters: Je jünger du beim Einfrieren bist, desto weniger Zyklen brauchst du und desto geringer sind die Gesamtkosten. Plane neben der Stimulation auch Medikamente, die jährliche Lagerung und die spätere Nutzung per ICSI ein. Die Krankenkasse zahlt nur, wenn eine keimzellschädigende Therapie ansteht. Ein Klinikvergleich mit Komplettpreisen und eine schriftliche Kostenaufstellung schützen vor bösen Überraschungen.

Quellen

FR

Über diesen Artikel

Fertilio Redaktion

Die Fertilio Redaktion recherchiert Kinderwunsch-Themen anhand von Fachquellen wie dem Deutschen IVF-Register, medizinischen Leitlinien und Gesetzestexten. Die Quellen stehen jeweils am Ende des Artikels. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.