Teil unseres Ratgebers: Zyklus

Den Eisprung selbst siehst du nicht. Erkennen lässt er sich an Veränderungen in den Tagen davor und danach: Der Ausfluss wird klarer und dehnbarer, ein LH-Test schlägt an, manchmal zieht es auf einer Seite im Unterbauch, und erst danach steigt die Morgentemperatur. Nur ein Teil dieser Zeichen ist verlässlich genug, um die fruchtbaren Tage zu treffen.

Viele Beschwerden rund um die Zyklusmitte sind harmlos. Ein paar Warnzeichen solltest du trotzdem kennen, denn Endometriose, eine Eierstockzyste oder eine Eileiterschwangerschaft können sich ähnlich anfühlen wie ein Eisprungschmerz.

Datenbox: Eisprung-Anzeichen in Zahlen

Mittelschmerz: betrifft möglicherweise über 40 % der Frauen im fruchtbaren Alter (Brott und Le 2023) und dauert wenige Minuten bis 1 oder 2 Tage (NHS 2026).

Eisprungblutung: In einer US-Studie mit 250 Frauen mit regelmäßigem Zyklus hatten 4,8 % eine Blutung in der Zyklusmitte, betroffen waren 2,8 % der Zyklen (Dasharathy 2012).

LH-Test: Nach einem positiven Test folgt der Eisprung meist innerhalb von 24 bis 36 Stunden (MedlinePlus 2025).

Temperatur: steigt erst nach dem Eisprung um etwa 0,2 °C (familienplanung.de 2026).

Eisprung-Anzeichen und Symptome im Überblick

Die britische Fachgesellschaft für sexuelle und reproduktive Gesundheit (FSRH) unterscheidet zwischen Zeichen, die sich beobachten oder messen lassen, und subjektiven Beschwerden. Zu den beobachtbaren gehören Zervixschleim, Basaltemperatur, Muttermund und Hormontests. Bauchschmerzen, Schweregefühl im Bauch, Brustveränderungen, Zwischenblutungen, Rückenschmerzen, Hautveränderungen sowie Schwankungen von Lust und Stimmung nennt sie die am wenigsten verlässlichen Anzeichen: Sie schwanken stark und sollen nicht genutzt werden, um das fruchtbare Fenster zu bestimmen (FSRH 2015).

Anzeichen Wann im Zyklus Wie verlässlich So prüfst du es
Zervixschleim wird klar, glitschig und dehnbar wie rohes Eiweiß in den Tagen vor dem Eisprung, am deutlichsten kurz davor (FSRH 2015) gutes Zeichen für die fruchtbarsten Tage; mit dem Ultraschall stimmte er in einer Studie aber nur in 48 % überein (zitiert in FSRH 2015) am Scheideneingang fühlen, auf Toilettenpapier oder Slip ansehen
LH-Anstieg 1 bis 2 Tage vor dem Eisprung (ASRM 2021) zeigt den Anstieg zuverlässig, falsch positiv in etwa 7 % der Zyklen (ASRM 2022) Ovulationstest mit Urin
Temperaturanstieg nach dem Eisprung (FSRH 2015) zeigt den Eisprung nur rückblickend, zur Bestätigung nicht zuverlässig (NICE NG257) Basalthermometer morgens vor dem Aufstehen
Mittelschmerz um den Eisprung, eher kurz davor (Brott und Le 2023) unzuverlässig, viele spüren ihn nicht (FSRH 2015) auf Ziehen oder Stechen auf einer Seite des Unterbauchs achten
Schmierblutung in der Zyklusmitte um den Eisprung selten, 2,8 % der Zyklen (Dasharathy 2012), unzuverlässig (FSRH 2015) Slipeinlage, im Zyklus notieren
Muttermund höher, weich und leicht geöffnet in der fruchtbaren Zeit (FSRH 2015, familienplanung.de 2026) Ergänzung: passte in zwei kleinen Studien zu Schleim und Temperatur (FSRH 2015) mit dem Finger in der Scheide ertasten
Mehr Lust auf Sex in den fruchtbaren Tagen (Bullivant 2004) schwaches, subjektives Zeichen (FSRH 2015) im Zyklus notieren
Brustspannen bis zu 2 Wochen vor der Periode (NHS 2023) kein Zeichen für den Zeitpunkt des Eisprungs im Zyklus notieren
Schweregefühl im Bauch, Rückenschmerzen, Haut, Stimmung unterschiedlich am wenigsten verlässlich (FSRH 2015) im Zyklus notieren

Was folgt daraus? Für das Timing taugen vor allem zwei Zeichen, die dir den Eisprung vorher ankündigen: der Zervixschleim und der LH-Test. Die Temperatur zeigt dir danach, ob und wann er stattgefunden hat. Alles andere kann ein Hinweis sein, wenn du es bei dir über mehrere Zyklen immer wieder zur gleichen Zeit beobachtest. Ersetzen kann es die beiden Hauptzeichen nicht.

Mittelschmerz: Schmerzen beim Eisprung

Der Name kommt vom Zeitpunkt: Der Schmerz tritt in der Mitte des Zyklus auf, etwa 14 Tage vor der nächsten Periode. Er hält meist nur kurz an und ist harmlos (NHS 2026).

Wie häufig ist Mittelschmerz?

Laut einer medizinischen Übersicht betrifft Mittelschmerz möglicherweise über 40 % der Frauen im fruchtbaren Alter, und bei ihnen tritt er fast jeden Monat auf. Meist beginnt er erst einige Jahre nach der ersten Periode, wenn Zyklen mit Eisprung zur Regel werden (Brott und Le 2023). Die Cleveland Clinic nennt bis zu 40 % (Cleveland Clinic 2023). Eine große Bevölkerungsstudie zur Häufigkeit haben wir nicht gefunden, die Zahlen sind Schätzungen.

Wie fühlt sich Mittelschmerz an und wie lange dauert er?

Manche Frauen beschreiben einen dumpfen Schmerz, andere plötzliches, scharfes Stechen (NHS 2026). Die Stärke reicht von einem leichten Ziehen bis zu sehr starken Schmerzen (Brott und Le 2023). Manchmal kommen eine leichte Blutung, Ausfluss oder Kreuzschmerzen dazu, bei starken Schmerzen auch Übelkeit (NHS 2026, Cleveland Clinic 2023).

Die Dauer reicht von wenigen Minuten bis zu 1 oder 2 Tagen (NHS 2026). Meist sind es einige Stunden, er kann aber bis zu 48 Stunden anhalten (Cleveland Clinic 2023).

Rechts oder links: auf welcher Seite?

Mittelschmerz betrifft immer nur eine Seite des Unterbauchs und kann von Zyklus zu Zyklus wechseln, je nachdem, welcher Eierstock die Eizelle freigibt (NHS 2026). Gespürt wird er meist in der Nähe des Eierstocks, in dem der Follikel heranreift (Brott und Le 2023). Manche Frauen haben ihn allerdings jeden Monat auf derselben Seite, egal welcher Eierstock gerade aktiv ist (Cleveland Clinic 2023).

Woher kommt der Schmerz?

Ganz geklärt ist das nicht. Der Schmerz fällt mit dem Gipfel des Hormons LH zusammen, also mit einer Zeit, in der der Follikel gewachsen, aber noch nicht gesprungen ist. Brott und Le halten es deshalb für unwahrscheinlich, dass allein die Dehnung des Follikels wehtut. Ihre Erklärung: Der LH-Anstieg bringt über Prostaglandine glatte Muskelzellen rund um den Follikel dazu, sich zusammenzuziehen (Brott und Le 2023). Die Cleveland Clinic nennt dagegen die Dehnung und den Sprung des Follikels als Ursache (Cleveland Clinic 2023).

Eine Ultraschallstudie fand in der Zyklusmitte in 40 % aller Zyklen etwas freie Flüssigkeit im Becken, in den Zyklen mit Schmerzen sogar in zwei Dritteln. Die Autor:innen sehen darin eine Bestätigung, dass der Eisprung das Gewebe leicht verletzt (Hann 1979).

Was hilft gegen Schmerzen beim Eisprung?

Sind die Schmerzen nicht stark, reichen laut NHS oft ein warmes Bad oder ein Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen. Bei häufigen Beschwerden kann die Ärztin hormonelle Verhütung wie die Pille oder ein Hormonstäbchen empfehlen, damit gar kein Eisprung stattfindet (NHS 2026). Bei Kinderwunsch kommt das nicht in Frage.

Falls du dir Sorgen machst, dass Ibuprofen den Eisprung stört: In einer kleinen Studie mit 12 Frauen nahmen die Teilnehmerinnen ab einer Follikelgröße von 16 mm zehn Tage lang dreimal täglich 800 mg Ibuprofen, in einem anderen Zyklus ein Scheinmedikament. Bei 5 von 11 auswertbaren Frauen verzögerte sich der Follikelsprung um 2 oder mehr Tage, bei 3 davon im Ibuprofen-Zyklus. Den Progesteronwert in der zweiten Zyklushälfte veränderte Ibuprofen nicht. Die Autor:innen werten das als beruhigend (Uhler 2001). Die Dosis lag weit über einer einzelnen Tablette bei Bedarf.

Mittelschmerz als Zeichen für die fruchtbaren Tage

Weil der Schmerz meist vor dem Follikelsprung auftritt (Brott und Le 2023), liegt er oft in der fruchtbarsten Zeit. Die Chance auf eine Schwangerschaft ist am höchsten bei Sex in den 2 Tagen vor dem Eisprung (ASRM 2022). Spürst du ihn, ist Sex an diesem und am nächsten Tag also gut getimt.

Verlassen solltest du dich darauf nicht. Die FSRH zählt Bauchschmerzen zu den unzuverlässigsten Zeichen, weil solche Beschwerden stark schwanken (FSRH 2015). Der Schmerz gibt außerdem kaum Vorlauf: Die fruchtbare Zeit beginnt schon 5 Tage vor dem Eisprung (Wilcox 1995). Sinnvoll wird er, wenn du ihn mit Zervixschleim oder LH-Test abgleichst.

Wann solltest du Schmerzen beim Eisprung abklären lassen?

Lass die Schmerzen ärztlich anschauen, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Schmerzen sind stark und Schmerzmittel helfen nicht (NHS 2026, Cleveland Clinic 2023).
  • Sie kommen immer wieder (NHS 2026) oder halten länger als einen Tag stark an (Cleveland Clinic 2023).
  • Du hast Fieber über 38 °C (Cleveland Clinic 2023).
  • Du hast Schmerzen beim Wasserlassen, starke Übelkeit, Erbrechen oder gerötete, brennende Haut über der schmerzenden Stelle (Cleveland Clinic 2023).
  • Du blutest zwischen den Perioden stark (Cleveland Clinic 2023).
  • Deine Periode ist ausgeblieben oder du könntest schwanger sein. Dann rät der NHS zu einem dringenden Arzttermin (NHS 2026, NHS 2024).
  • Die Schmerzen setzen plötzlich und heftig ein. Auch das gehört laut NHS dringend abgeklärt (NHS 2023).

Mittelschmerz oder etwas anderes?

Ähnliche Schmerzen können von Endometriose, Eierstockzysten, Chlamydien, Narbengewebe nach Operationen wie einem Kaiserschnitt oder einer Eileiterschwangerschaft kommen (NHS 2026). Die Cleveland Clinic nennt zusätzlich Blinddarmentzündung, eine Eierstockdrehung und Entzündungen im Becken (Cleveland Clinic 2023).

Ursache Was eher dafür spricht Quelle
Mittelschmerz Zyklusmitte, eine Seite, Minuten bis 1 oder 2 Tage, kommt und geht mit dem Zyklus NHS 2026
Endometriose Unterbauchschmerzen, die lange anhalten; Regelschmerzen, die den Alltag einschränken; tiefe Schmerzen beim oder nach dem Sex; zyklische Beschwerden beim Stuhlgang oder Wasserlassen NICE NG73
Eierstockzyste meist ohne Beschwerden; wenn sie groß ist, platzt oder sich dreht: Beckenschmerzen, Schmerzen beim Sex, Blähbauch, schnelles Völlegefühl; plötzlicher, starker Schmerz gehört dringend abgeklärt NHS 2023
Eileiterschwangerschaft nur bei möglicher Schwangerschaft, meist zwischen der 4. und 12. Schwangerschaftswoche: einseitige Schmerzen tief im Bauch, unregelmäßige Blutung oder dunkelbrauner, wässriger Ausfluss, Schmerzen in der Schulterspitze NHS 2022

Treten deine Beschwerden nicht nur in der Zyklusmitte, sondern auch rund um die Periode oder beim Sex auf, sprich das in der frauenärztlichen Praxis an. Ein Schmerz- und Beschwerdetagebuch erleichtert dabei das Gespräch (NICE NG73). Wie Endometriose die Fruchtbarkeit beeinflusst und welche Behandlung bei Kinderwunsch empfohlen wird, steht im Ratgeber Endometriose und Kinderwunsch.

Die häufigsten Eierstockzysten sind sogenannte funktionelle Zysten. Sie entstehen im Rahmen des normalen Zyklus und sind meist harmlos und kurzlebig (NHS 2023).

Bei einer Eileiterschwangerschaft kann der Eileiter reißen. Anzeichen sind plötzliche, sehr starke Bauchschmerzen, Schwindel oder Ohnmacht und Übelkeit. Dann rufst du sofort den Rettungsdienst (NHS 2022).

Eisprungblutung: Schmierblutung in der Zyklusmitte

Eine leichte Blutung um den Eisprung ist möglich, aber selten. In der BioCycle-Studie der US-Gesundheitsbehörde NIH wurden die täglichen Blutungstagebücher von 250 Frauen mit regelmäßigem Zyklus ausgewertet, insgesamt 470 Zyklen. 12 Frauen (4,8 %) hatten eine Blutung in der Zyklusmitte, betroffen waren 13 Zyklen (2,8 %). Die Blutung dauerte 1 oder 2 Tage, meist nur einen. 11 der 12 Frauen hatten sie nur einmal, und keine von ihnen hatte einen Zyklus ohne Eisprung (Dasharathy 2012).

Woher die Blutung kommt, hat die Studie nicht geklärt. Frauen mit Blutung in der Zyklusmitte hatten um den Eisprung höhere LH-Werte und in der zweiten Zyklushälfte mehr Progesteron, beim Östrogen deutete sich dasselbe an. Bei nur 12 Betroffenen sind die Unterschiede aber unsicher (Dasharathy 2012).

Eisprungblutung oder Zwischenblutung?

An der Blutung allein kannst du das nicht unterscheiden. Für eine Eisprungblutung spricht, wenn sie leicht bleibt, nach 1 bis 2 Tagen vorbei ist und genau in die Zyklusmitte fällt, etwa zusammen mit spinnbarem Zervixschleim, einem positiven LH-Test oder Mittelschmerz.

Der NHS rät trotzdem, jede Blutung zwischen den Perioden oder nach dem Sex ärztlich abklären zu lassen. Dahinter können auch hormonelle Verhütung, Polypen oder Myome in der Gebärmutter oder Chlamydien stecken (NHS 2024). Dringend wird es, wenn deine Periode ausgeblieben ist und du ungewöhnlich blutest und Bauchschmerzen hast (NHS 2024).

Ausfluss beim Eisprung

Mehr Ausfluss in der Zyklusmitte ist normal. Laut NHS ist er um den Eisprung oft klarer, nasser und fällt stärker auf (NHS 2024). Dahinter steckt der Zervixschleim: Nach der Periode fühlt sich der Scheideneingang meist einige Tage trocken an. Mit steigendem Östrogen wird der Schleim erst klebrig und weißlich, dann zunehmend glitschig, nass, klar und dehnbar wie rohes Eiweiß. Nach dem Eisprung wird er unter dem Einfluss von Progesteron wieder dick und klebrig (FSRH 2015).

Unauffällig ist Ausfluss, der klar oder weiß ist, dick und klebrig oder glitschig und nass, ohne starken Geruch. Auf eine Infektion können fischiger Geruch, krümeliger weißer Ausfluss wie Hüttenkäse, grünlicher, gelber oder schaumiger Ausfluss sowie Juckreiz oder Brennen hindeuten. Dann gehört er ärztlich angeschaut (NHS 2024).

Wie du den Schleim beobachtest, welche Stufen es gibt und was er nach dem Eisprung bedeutet, steht im Ratgeber Zervixschleim.

Messbare Zeichen: LH-Test und Temperatur

LH-Anstieg: das Signal vor dem Eisprung

Kurz vor dem Eisprung steigt das luteinisierende Hormon (LH) stark an. Ein Ovulationstest weist diesen Anstieg im Urin nach. Nach einem positiven Ergebnis folgt der Eisprung meist innerhalb von 24 bis 36 Stunden, aber nicht bei allen Frauen (MedlinePlus 2025). Laut ASRM kann er irgendwann in den 2 Tagen danach stattfinden, falsch positive Ergebnisse gibt es in etwa 7 % der Zyklen (ASRM 2022).

Ab welchem Zyklustag du testest und wie du das Ergebnis abliest, erklärt der Ratgeber Ovulationstest. Was der Hormonwert im Blut aussagt, steht unter LH-Wert.

Temperatursprung: die Bestätigung danach

Nach dem Eisprung bildet der Gelbkörper, der aus dem gesprungenen Follikel entsteht, das Hormon Progesteron. Progesteron hebt die Basaltemperatur an, und sie bleibt bis zur nächsten Periode erhöht (FSRH 2015). Der Anstieg beträgt nur etwa 0,2 °C (familienplanung.de 2026).

Deshalb steigt die Temperatur erst, wenn der Eisprung vorbei ist. In einer kleinen Studie mit 24 Zyklen lag der Anstieg je nach Auswertungsmethode im Mittel 2,4 bis 4,1 Tage nach dem LH-Gipfel im Blut (Prior 1990). Mehr als 2 Tage nach dem Anstieg war die Chance auf eine Empfängnis in einer älteren Studie vernachlässigbar (zitiert in FSRH 2015). Die Temperatur zeigt dir also, dass die fruchtbare Zeit vorbei ist. Zur Bestätigung des Eisprungs in der Kinderwunsch-Abklärung soll sie laut NICE nicht genutzt werden, weil sie ihn nicht zuverlässig anzeigt (NICE NG257).

Wie du richtig misst und die Kurve liest, erklärt der Ratgeber Basaltemperatur messen.

Wie fühlt sich ein Eisprung an?

Bei vielen Frauen gar nicht. Wer etwas merkt, beschreibt meist ein Ziehen oder Stechen auf einer Seite des Unterbauchs, das Minuten bis 1 oder 2 Tage anhält (NHS 2026). Dazu kommt oft ein nasses, glitschiges Gefühl am Scheideneingang, weil der Zervixschleim dünner und klarer wird (FSRH 2015).

Auch die Lust kann sich verändern. In einer Studie hatten Frauen in den Tagen vor und am Tag des LH-Anstiegs häufiger Sex, und zwar dann, wenn sie selbst die Initiative ergriffen. In einer zweiten Untersuchung derselben Arbeit begann ein sechstägiger Anstieg 3 Tage vor dem LH-Anstieg, zusammen mit stärkerem Verlangen (Bullivant 2004). Bei 68 Frauen mit Spirale oder Sterilisation war Sex in den 6 fruchtbaren Tagen um 24 % häufiger als an den übrigen Tagen ohne Blutung (Wilcox 2004).

Brustspannen gehört eher nicht dazu. Zyklusabhängige Brustschmerzen beginnen bis zu 2 Wochen vor der Periode, werden stärker und verschwinden mit dem Ende der Blutung (NHS 2023). Sie fallen also vor allem in die zweite Zyklushälfte.

Eisprung ohne spürbare Anzeichen: normal

Dass du deinen Eisprung nicht spürst, heißt nicht, dass er ausbleibt. Wenn du regelmäßige monatliche Zyklen hast, hast du sehr wahrscheinlich einen Eisprung (NICE NG257). Bei den meisten Frauen mit Eisprung kommt die Periode regelmäßig im Abstand von 21 bis 35 Tagen (ASRM 2021). Mittelschmerz ist also keine Voraussetzung für einen Eisprung.

Anzeichen, dass kein Eisprung stattfindet

Ein einzelnes fehlendes Zeichen sagt wenig. Auf Zyklen ohne Eisprung deuten diese Beobachtungen hin:

  • Deine Zyklen sind wiederholt kürzer als 21 oder länger als 35 Tage, oder du hast weniger als 8 Perioden im Jahr. Dann gilt laut deutscher Leitlinie eine seltene oder ausbleibende Eizellreifung als vorhanden (AWMF 2026). Beim Polyendokrinen Metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS, früher PCOS) verlängern sich die Zyklen typischerweise auf über 35 Tage (AWMF 2026). Welche Behandlung dann hilft, steht im Ratgeber Schwanger werden mit PCOS.
  • Deine Periode bleibt aus. Störungen des Eisprungs zeigen sich meist an deutlich veränderten Blutungen, zu seltenen oder ganz ausbleibenden Perioden (ASRM 2021).
  • Deine Basaltemperatur bleibt über mehrere Zyklen flach. Zyklen ohne Eisprung haben meist eine einphasige Kurve. Manche Frauen mit Eisprung haben aber keine klar zweiphasige Kurve (ASRM 2021).
  • Dein LH-Test wird in 3 Zyklen hintereinander nicht positiv, obwohl du rechtzeitig angefangen hast. Ein einzelner Zyklus ohne Anstieg ist laut Hersteller nicht ungewöhnlich, nach 3 Zyklen in Folge empfiehlt er eine ärztliche Abklärung (Clearblue Advanced 2020).

Auch bei regelmäßigem Zyklus bleibt der Eisprung gelegentlich aus, laut ASRM in 1 bis 14 % der Zyklen (ASRM 2021). Ob ein Eisprung stattgefunden hat, prüft die Frauenärztin mit Progesteron im Blut etwa eine Woche vor der erwarteten Periode, bei einem 28-Tage-Zyklus an Tag 21 (ASRM 2021, NICE NG257). Ein Wert über 3 ng/ml spricht für einen kürzlich erfolgten Eisprung (ASRM 2021).

Wann zur Kinderwunsch-Abklärung?

Über 80 % der Paare werden innerhalb eines Jahres schwanger, wenn die Frau unter 40 ist und sie regelmäßig ohne Verhütung Sex haben (NICE NG257). Die deutschsprachige Leitlinie empfiehlt eine Abklärung nach 12 Monaten ohne Schwangerschaft, bei Frauen über 35 nach 6 Monaten und über 40 sofort in einem Kinderwunschzentrum (AWMF 015-085, 2026). Ohne Wartezeit rät die ASRM zur Abklärung bei unregelmäßigen, seltenen oder ausbleibenden Perioden, bei Zwischenblutungen und bei bekannter oder vermuteter Endometriose (ASRM 2021).

Welche Untersuchungen dann für euch beide anstehen und was die Kasse übernimmt, steht im Ratgeber unerfüllter Kinderwunsch.

Wie lange dauert der Eisprung und die fruchtbare Zeit?

Für deine Chancen zählt weniger der Follikelsprung selbst als die Zeit, in der die Eizelle danach befruchtet werden kann: etwa 24 Stunden (familienplanung.de 2026). Die Datenlage dazu ist dünn, eine ältere Auswertung kam im Mittel auf etwa 17 Stunden (zitiert in FSRH 2015). Spermien können bis zu 5 Tage im Gebärmutterhals und in der Gebärmutter überleben (familienplanung.de 2026).

Daraus ergibt sich das fruchtbare Fenster: 6 Tage, die mit dem Eisprungtag enden. In der Studie von Wilcox mit 221 Frauen entstanden Schwangerschaften nur nach Sex in diesem Zeitraum. Die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis lag bei Sex fünf Tage vor dem Eisprung bei 10 %, bei Sex am Eisprungtag bei 33 % (Wilcox 1995). Die Chancen für jeden Tag und nach Alter zeigt der Eisprungrechner.

Was die Anzeichen für das Timing bedeuten

Was du bemerkst Wo du im Zyklus stehst Was das für euch heißt
Schleim wird feucht, dann glitschig und dehnbar das fruchtbare Fenster beginnt (FSRH 2015) ab jetzt regelmäßig Sex
Letzter Tag mit glitschigem, dehnbarem Schleim meist der Tag, der dem Eisprung am nächsten liegt; sicher erkennst du ihn erst am Folgetag (FSRH 2015) Sex an diesem Tag hatte in Studien die höchste Chance, etwa 38 %, am Tag davor oder danach 15 bis 20 % (ASRM 2022)
Positiver LH-Test Eisprung meist in 24 bis 36 Stunden (MedlinePlus 2025) Sex am selben und am nächsten Tag
Mittelschmerz Eisprung wahrscheinlich nah (Brott und Le 2023) Sex am selben und am nächsten Tag, mit Schleim oder LH-Test abgleichen
Temperatur ist gestiegen Eisprung ist vorbei (FSRH 2015) die fruchtbarste Zeit dieses Zyklus ist meist vorbei

Den genauen Tag müsst ihr nicht treffen. Sex alle 2 bis 3 Tage reicht laut NICE, um die Chancen auszuschöpfen (NICE NG257). Die ASRM nennt Sex alle 1 bis 2 Tage im fruchtbaren Fenster, 2- bis 3-mal pro Woche sei nahezu gleich wirksam (ASRM 2022). Die Anzeichen helfen euch, diese Tage nicht zu verpassen, gerade wenn euer Zyklus schwankt.

Wann deine fruchtbaren Tage rechnerisch liegen, zeigt der Eisprungrechner. Wann nach dem Eisprung die Periode kommt, steht im Periodenrechner. Wie Hormone und Zyklusphasen zusammenspielen, erklärt der Ratgeber Zyklus.

Häufige Fragen

Kann man den Eisprung spüren?

Manche Frauen ja, viele nicht. Am häufigsten ist ein einseitiges Ziehen oder Stechen im Unterbauch, der Mittelschmerz. Er betrifft möglicherweise über 40 % der Frauen im fruchtbaren Alter (Brott und Le 2023). Dazu kommt bei vielen ein nasses, glitschiges Gefühl durch den Zervixschleim (FSRH 2015). Wer nichts spürt, hat bei regelmäßigem Zyklus trotzdem sehr wahrscheinlich einen Eisprung (NICE NG257).

Wie lange dauern Schmerzen beim Eisprung?

Wenige Minuten bis 1 oder 2 Tage (NHS 2026), meist einige Stunden (Cleveland Clinic 2023). Halten starke Schmerzen länger als einen Tag an, kommen sie in den meisten Monaten oder helfen Schmerzmittel nicht, lass das abklären (Cleveland Clinic 2023).

Kommt der Mittelschmerz vor oder nach dem Eisprung?

Meist kurz davor. Er fällt mit dem Gipfel des LH zusammen, wenn der Follikel gewachsen, aber noch nicht gesprungen ist (Brott und Le 2023). Auch der Follikelsprung selbst kann wehtun (Cleveland Clinic 2023). Als Zeichen für die fruchtbarsten Tage taugt er nur zusammen mit Zervixschleim oder LH-Test.

Ist eine Blutung beim Eisprung normal?

Sie kommt vor, ist aber selten: In einer US-Studie hatten 4,8 % der Frauen mit regelmäßigem Zyklus eine Blutung in der Zyklusmitte, meist nur einen Tag lang (Dasharathy 2012). Weil hinter Blutungen zwischen den Perioden auch Polypen, Myome oder Chlamydien stecken können, rät der NHS zur ärztlichen Abklärung (NHS 2024).

Darf ich bei Mittelschmerz Schmerzmittel nehmen, wenn wir schwanger werden wollen?

Der NHS nennt Paracetamol oder Ibuprofen als Möglichkeit (NHS 2026). In einer kleinen Studie mit hoch dosiertem Ibuprofen über 10 Tage verzögerte sich der Follikelsprung um 2 oder mehr Tage bei 3 von 11 Frauen unter Ibuprofen und bei 2 unter Scheinmedikament, der Progesteronwert blieb gleich. Die Autor:innen werten das als beruhigend (Uhler 2001). Wenn du regelmäßig Schmerzmittel brauchst, sprich das in der Kinderwunsch-Sprechstunde an.

Woran erkenne ich, dass ich keinen Eisprung habe?

Hinweise sind Zyklen, die wiederholt kürzer als 21 oder länger als 35 Tage sind, weniger als 8 Perioden im Jahr (AWMF 2026), eine ausbleibende Periode oder eine Temperaturkurve, die über mehrere Zyklen flach bleibt (ASRM 2021). Ob ein Eisprung stattgefunden hat, zeigt ein Progesteronwert im Blut etwa eine Woche vor der erwarteten Periode (ASRM 2021, NICE NG257).

Wie sieht Ausfluss beim Eisprung aus?

Klar, nass und glitschig, oft dehnbar wie rohes Eiweiß, und meist mehr als sonst (NHS 2024, FSRH 2015). Riecht er fischig, ist er krümelig, grünlich, gelb oder schaumig oder juckt es, kann eine Infektion dahinterstecken (NHS 2024). Mehr dazu im Ratgeber Zervixschleim.

Quellen

Leitlinien und Fachgesellschaften

Übersichten und Studien

Gesundheitsinformation

Herstellerangaben

FR

Über diesen Artikel

Fertilio Redaktion

Die Fertilio Redaktion recherchiert Kinderwunsch-Themen anhand von Fachquellen wie dem Deutschen IVF-Register, medizinischen Leitlinien und Gesetzestexten. Die Quellen stehen jeweils am Ende des Artikels. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Beratung.